Kreis Göppingen Marder: Beißattacke unter der Motorhaube

Sieht possierlich aus, kann aber auch viel Schaden anrichten: der Steinmarder.
Sieht possierlich aus, kann aber auch viel Schaden anrichten: der Steinmarder. © Foto: Horst Jegen/epd
Kreis Göppingen / Margit Haas 28.08.2018
Die Hormone spielen verrückt:  Paarungswillige Steinmarder sind gerade besonders beißwütig.

Früh morgens, es pressiert! Rasch noch den Kaffee ausgetrunken und dann mit dem Auto zur Arbeit. Aber – es gibt keinen Muckser von sich. Schnell ist die Ursache ausgemacht. Ein Steinmarder hat im Motorraum großen Schaden angerichtet.

„Derzeit sind die männlichen Tiere auf Partnersuche und reagieren aggressiv auf vermeintliche Rivalen“, weiß Matthias Wittlinger. „Betroffen sind davon besonders Autofahrer“, fährt der Kreisjägermeister fort. „Sie parken – ohne es zu wissen – in unterschiedlichen Marderrevieren.“ Hat nun ein Männchen ein Fahrzeug markiert, „reagiert der Rivale mit wilden Beißattacken“. Betroffen sind Isolierungen von Zündkabeln ebenso wie Dämmmatten oder Kühlwasserschläuche.

Wittlinger empfiehlt: „Autofahrer sollten vor jeder Fahrt auf herumliegende Gummiteile oder auslaufende Flüssigkeiten achten, um teure Folgeschäden zu vermeiden.“ Einen hundertprozentigen Schutz gebe es aber nicht. Bewährt habe sich ein handelsübliches Maschendraht-Gitter, das unter der Vorderachse ausgebreitet wird. „Das meidet der Marder instinktiv, weil der Draht an den Pfoten schmerzhaft ist.“ Die regelmäßige Motorwäsche helfe gegen den Mardergeruch.

Vorsicht ist aber auch im Haus geboten. Denn der nachtaktive Kulturfolger nutze leicht zugängliche Dachböden gerne „als Kinderstube und Proviantlager. In den Abendstunden und nachts kann der tobende Mardernachwuchs Menschen den Schlaf rauben. Üble Gerüche tun ihr übriges“. Marder können kleinste Schlupfwinkel nutzen und bis zu drei Meter weit springen. „Überhängende Äste im Dachbereich sollten deshalb zurückgeschnitten und Regenrinnen unpassierbar gemacht werden“, rät Wittlinger.

Info Weitere Infos zum Umgang mit dem Steinmarder und anderen Wildtieren im Siedlungsbereich gibt in der Broschüre „Wilde Wohngemeinschaften – Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen“ des Deutschen Jagdverbandes. Sie kann unter www.jagdverband.de heruntergeladen oder bestellt werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel