Gammelshausen Magere Zeiten für Gammelshausen

JS 15.01.2016
Gammelshausen will dieses Jahr seinen Wasserhochbehälter in Schuss bringen und das Gemeindehaus energetisch sanieren. Dann wird's eng.

Die mageren Jahre haben schon begonnen. Eine "dauerhafte Finanzschwäche" attestiert Kämmerer Michael Deiss der kleinen Voralbgemeinde. Die Ertragskraft des Haushaltes reicht nicht für die schwarze Null. Rechnet man die Tilgung für die Schulden mit hinein, rutscht sie um 39.500 Euro ins Minus. Und diese Vorzeichen sollen anhalten.

Das Defizit fällt diesmal noch größer aus, wenn Gammelshausen nicht gegensteuert. Die Gemeindeverwaltung schlägt dem Gemeinderat eine Erhöhung der Grundsteuern vor. Sie sollen um 50 Punkte steigen, von 440 auf 490. Bürgermeister Daniel Kohl räumt ein: "Damit liegen wir mit an der Spitze der Kreisgemeinden." Aber er hält sie angesichts der Finanzlage für dringend. Das brächte Mehreinnahmen von 22.200 Euro. Der Gemeinderat muss am nächsten Dienstag darüber befinden. In einer ersten Beratung gab es den Vorschlag, nur auf 460 Punkte zu erhöhen. Aber das fand keine Mehrheit.

Immerhin kann Gammelshausen dieses Jahr noch investieren. Der Wasserhochbehälter Halden aus den 70er Jahren soll mit Ultrafiltration und neuer Elektrotechnik ertüchtigt werden. Für den Aufwand von 300.000 Euro rechnet Gammelshausen mit Zuschüssen von 240.000 Euro. Das Gemeindehaus braucht eine neue Lüftungsanlage und Brandschutz. Die Kosten von 181.000 Euro - erwartete Zuschüsse: 122.500 Euro - sollen auf zwei Jahre verteilt werden. Mit dem Verkauf von drei oder vier Bauplätzen soll auch Geld hereinkommen. Allerdings müssen die Erschließungskosten vorgestreckt werden.

Rücklagen hat Gammelshausen nicht mehr. Die Verschuldung soll sich Ende des Jahres auf 730.000 Euro verringern, so dass der Landesdurchschnitt leicht unterschritten wird. Was der Gemeinde zu schaffen macht: Die Kosten für Kindergarten und Schule haben sich innerhalb von zehn Jahren von 133.000 auf 400.000 Euro verdreifacht. Mensa und Kinderhaus machen sich stark bemerkbar. Die gute Konjunktur und eine stagnierende Gewerbesteuer können das nicht kompensieren. Und die Kreisumlage soll noch steigen. Bürgermeister Kohl schlägt für die Jahre 2017 bis 2019 keine Investitionen vor.