Trockenheit Magere Ausbeute für Pilzsammler

Volker Draxler hilft einer Sammlerin bei der Pilzbestimmung.
Volker Draxler hilft einer Sammlerin bei der Pilzbestimmung. © Foto: Maximilian Haller
Ebersbach / Maximilian Haller 06.09.2018

Bald beginnt für Pilzsammler wieder die Hochsaison. Wenn es im Herbst überall aus dem Boden sprießt, ist jedoch auch Vorsicht angesagt. Wie giftige von ungiftigen Exemplaren zu unterscheiden sind, das erklärt Volker Draxler alle zwei Wochen bei einer kostenlosen Pilzberatung in Ebersbach.

Draxler, der von Hauptberuf Leiter des Bauhofs ist, informiert seit fünf Jahren über Steinpilze, Stickmorcheln und Co. Seit zehn Jahren ist er Pilzsachverständiger im Verein der Pilzfreunde Stuttgart. Am häufigsten wird er gefragt, ob die mitgebrachten Pilze denn essbar seien und wenn ja, wie man sie richtig zubereitet.

Auch die Frage nach dem für Menschen lebensgefährlichen Fuchsbandwurm treibe Besucher der Pilzberatung um. „Ich sehe das persönlich nicht so schlimm“, meint Draxler. Zudem komme der Wurm auch oft in Stadtgärten vor. Dennoch sei für Laien beim Verzehr unbekannter Pilzarten Vorsicht geboten. „Letztes Jahr hab ich zwei tödliche Pilze hier aus den Körben rausgeholt“, warnt der Pilzsachverständige.

Derzeit müssen sich Pilzenthusiasten jedoch mit einer eher mageren Ausbeute zufrieden geben. Die Trockenheit der letzten Monate hat den sogenannten Myzeten zugesetzt. „Pilze bestehen zu 90 Prozent aus Wasser“, erklärt Draxler. „Wenn halt von oben kein Wasser kommt, muss man leider auch mit weniger Pilzen rechnen.“

Zusammen mit seiner Frau ist Draxler im Wald unterwegs gewesen, um Pilze für die Beratungsstunden zu sammeln, die noch bis Ende Oktober stattfinden. Unter anderem konnten die beiden einige Schwefelporlinge einsammeln. Diese wachsen gerne auf Laubbäumen, wie Draxler erklärt. „Das wäre ein guter Speisepilz, wenn er denn frisch wäre“, bedauert der Bauhofleiter. Die Trockenheit setze auch dem Geschmack der Schwefelporlinge zu.

Etwas unscheinbarer wirkt zunächst das Mycel eines Hallimaschs. Was auf den ersten Blick wie Reisig aussieht, ist eigentlich ein Pilzgeflecht. Normalerweise fluorisziere das Geflecht, allerdings sei es dieser Tage auch dafür zu trocken. Ein schuppiger Sägeblättling und ein Zunderschwamm runden die Pilzausbeute der Draxlers ab.

Normalerweise liegen bei den Beratungsstunden rund 40 verschiedene Pilzarten auf zwei Tischen verteilt aus, sagt Draxler. Von elektronischen Hilfsmitteln zur Bestimmung rät der Bauhofleiter ab: „Ich warne davor, Pilze mit einer App zu bestimmen.“ Das berge zu viele Unsicherheiten.

Info Die nächste Pilzberatung ist am  Dienstag, 11. September, von 17 Uhr bis 18.30 Uhr am Hintereingang des Rathausneubaus in Ebersbach.

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