Frohgelaunte Menschen hatten an den in langen Reihen aufgestellten Tischen vor der Bühne der TV-Turnhalle in Bünzwangen Platz genommen und ließen sich zunächst einmal die angebotenen Speisen und Getränke schmecken. Angeregte Gespräche gingen hin und her. Der Kassier des TV Bünzwangen, Volker Schock, begrüßte die Gäste und teilte mit, dass die drei Vorstellungen des Theaterwochenendes so gut wie ausverkauft seien. Erstmals geht in diesem Jahr ein Euro jeder verkauften Eintrittskarte an die NWZ-Aktion „Gute Taten“.

Danach hieß es dann: Vorhang auf für die Premiere der Komödie „A Engel uff Bewährong“. Dabei handelt es sich um  ein Stück in drei Akten von Erich Koch. Und so ging es los: In die kleinbürgerliche Stube kamen die trauernden Hinterbliebenen von Hans Dipfele (Rupert Liebl). Beate Grandel als die Witwe Erna Dipfele, hin- und hergerissen von ihren starken Gefühlen, Tina Hauke als die Tochter Gabi Dipfele, Pamela Schmid als Magda, die Mutter des Verblichenen, Helmuth Effenberger als Opa Emil Deuschle, der das Leid auch nicht lindern konnte trotz seiner gewitzten Sprüche und Ratschläge.

Jahrelange Theatererfahrung zeichnet das Team aus  Sie spielten souverän und arbeiteten die Wortspiele sowie die Komik der Szenen und Dialoge mitreißend heraus. Die zweite Gruppe trat mit Frank Wagner als Willi Suaßele und Klaus Dürr als dessen Sohn Bernd, der mit umwerfender Dümmlichkeit den mit allen Hausarbeiten vertrauten genialen Hausmann gab, der sogar seine Unterwäsche selber häkelte, und die Zuschauer mit seiner Ahnungslosigkeit und Einfalt begeisterte.  Willi hatte alle Schuldscheine von Hans beim Ochsenwirt aufgekauft, um damit besser bei Erna punkten zu können. Sabine Strauch als Hilde Grieshaber, die geldgierige Schwester von Hans, bediente sich an seinen Anzügen und nahm auch den Mantel mit, der noch Geld für schlechte Zeiten enthielt und das Erna zustand.

Schwäbisch und Österreichisch

In dieser Situation betrat Rupert Liebl als noch nicht ganz fertiger Engel im Engelskleidchen und mit Blinker auf dem Kopf die Szene, eine richtige Lachnummer, in der Klaus Dürr glänzte. Er sorgte für weitere Verwirrungen, weil er drei Ehen stiften sollte, um große Flügel zu erhalten und ins Paradies einziehen zu können. So nimmt das Spiel seinen Lauf. Aber Ende gut, alles gut: Es  kommen die Paare am Schluss zusammen, und Hans erhält seine großen Engelsflügel. Der schwäbische Dialekt mit lokalen Anspielungen sorgte ebenfalls für Heiterkeit und wurde ergänzt durch den österreichischen Dialekt von Klaus Dürr.

Dieter Koser, der Regie führte, war es mit dieser Aufführung wieder einmal gelungen, mit seinem Ensemble kraftvolle, authentische Figuren auf die Bühne zu bringen, sie ohne Ermüdungserscheinungen über drei Akte hinweg die Spannung halten zu lassen und damit so viele Menschen in die TV-Halle zu bringen.

Noch in diesem Jahr soll der erste Spatenstich zu einer neuen Halle erfolgen, damit auch das Theaterspiel nahtlos weitergehen kann und es mehr geben wird von dieser eingespielten Truppe. Lang anhaltender Beifall belohnte die Mitwirkenden für die viele, mühevolle Probenarbeit, die bereits im September des letzten Jahres begann.