Digitalisierung Loxone eröffnet Deutschlandzentrale

Die Geschäftsführer von Loxone, Martin Öller und Thomas Moser (v.l.), stellten im Rahmen der Einweihung der Deutschlandzentrale in ­Wäschenbeuren auch ihr intelligentes Schau-Zuhause vor.
Die Geschäftsführer von Loxone, Martin Öller und Thomas Moser (v.l.), stellten im Rahmen der Einweihung der Deutschlandzentrale in ­Wäschenbeuren auch ihr intelligentes Schau-Zuhause vor. © Foto: Giacinto Carlucci
Wäschenbeuren / Kristina Betz 07.05.2018
Der Smarthome-Anbieter Loxone investiert kräftig in den Standort in Wäschenbeuren. Nach dem Aufkauf der Firma Baudisch entsteht dort der Vetriebsstandort für Deutschland.

Mit einem Klick die Lautstärke und Temperatur regulieren, die Rolläden schließen, den Herd vorheizen oder den Staubsauger losschicken – in Wäschenbeuren eröffnete jetzt ein smartes „Showhome“ der Firma Loxone – und gleichzeitig deren Firmenzentrale für den Standort Deutschland.

Loxone liefert mit seinen 3300 Partnern in Deutschland die Technik für die zentrale Steuerung verschiedenster Vorgänge im Eigenheim. „Smart Home“ heißt ein solches intelligentes, vernetztes Haus.

Die österreichische Firma eröffnete jetzt ihre Deutschlandzentrale im Wäschenbeurener Gewerbegebiet. Rund 300 Gäste kamen zur Feier, darunter auch Landrat Edgar Wolff, IHK-Präsident Wolf Ulrich Martin sowie die Abgeordneten des ­Baden-Württembergischen Landtages Heinrich Fiechtner (parteilos) und Alexander Maier (Grüne). „Ihre Standortentscheidung in der Region Stuttgart war genau die richtige“, attestierte Martin. Vom beschaulichen Wäschenbeuren aus soll unter dem Geschäftsführer der Deutschlandzentrale, Manuel Nader, das Unternehmen weiter wachsen. Rund sieben Millionen Euro habe man in den vergangenen Jahren bereits in den Standort investiert, berichten die Gründer Thomas Moser und Martin Öller.

Zunächst war das 2009 gegründete Unternehmen Loxone Kunde des Wäschenbeurener Unternehmers Peter Baudisch. Im Dezember 2017 übernahm die Loxone-Gruppe dann die Baudisch Elektronik GmbH.

In der Niederlassung im Wäschenbeurener Gewerbegebiet können sich Besucher und Partnerfirmen ab sofort auf 100 Quadratmetern selbst ein Bild von der schlauen Technik machen.

„No Gimmicks. Real Smart Homes“, lautet die Loxone-Philosophie. Man wolle keinen Schnick-Schnack, sondern ein wirklich intelligentes Heim bieten, sagen die Geschäftsführer. 50 000 Handgriffe sollen Kunden durch das System im Alltag sparen. Verlässt der Bewohner das Haus, schalten sich Lichter aus, Heizungen fahren herunter, Rolläden schließen und die Alarmanlage stellt scharf.  Auch von unterwegs kann fast alles im Haus gesteuert werden. Manuel Nader stellt zum Beispiel schon einmal von unterwegs seine Sauna warm, wenn er auf dem Weg in seine bayrische Heimat ist. Wer statt einem normalen Haus mit etwa 130 Quadratmetern, ein automatisiertes Zuhause bauen möchte, muss etwa 10 000 Euro mehr bezahlen, schätzen Moser und Öller. Der Server, auf dem die Technik beruht, ist dabei so groß wie ein Taschenbuch und im Verteilerkasten integriert. „So wie der Mensch ein Gehirn hat, hat unser System den Mini-Server“, beschreibt es Moser.

In diesem Gehirn werden sensible Daten gesammelt. Wann ein Bewohner aufsteht, zur Arbeit geht und nach Hause kommt. Wie viele Personen sich im Haus aufhalten, was die Gewohnheiten des Nutzers sind. Das Thema Datenschutz gehöre gerade deshalb zu ihren Lieblingsthemen, sagen die Geschäftsführer. „Der Mini-Server kommuniziert nichts in die Cloud“, sagt Moser. Die Kommunikation funktioniere direkt von der App auf dem Handy zum Server. Ohne Zwischenstelle. So könne auch Loxone nicht auf die Daten zugreifen. „Es gibt keinen Cloud-Service, der als Datenkrake zugreifen kann“, versichert der Geschäftsführer.

Loxone stehe für „Eleganz an dem Ort, an dem wir uns regenerieren für die Herausforderungen des oft stressigen Alltags“, sagte Wäschenbeurens Bürgermeister Karl Vesenmaier in seiner Eröffnungsrede. Er hoffe, dass die Expansionsabsichten des Unternehemens in Erfüllung gehen „verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze“.

Loxone will Weltmarktführer werden

Übernahme: Zwischen 2015 und 2017 beteiligte sich die Loxone-Gruppe sukzessive an der Baudisch Elektronik GmbH und übernahm das Wäschenbeurener Unternehmen im Dezember 2017 ganz.

Umsatz: Die Loxone-Gruppe zählt 260 Mitarbeiter an 16 Standorten weltweit. Die Zentrale befindet sich im österreichischen Kollerschlag. 2017 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 80 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung um 32,5 Prozent. Zum nächsten Jahr wolle man noch einmal um 50 Prozent steigern und auf lange Sicht zum Weltmarktführer werden, beschreiben die Geschäftsführer ihre Pläne.

Showroom: Partnerfirmen können sich im Showroom schulen lassen. Und auch Privatpersonen können sogenannte „Infosessions“  buchen.

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