Lossprechung Lossprechung: Gesellenbriefe verteilt

Freude im Uditorium: Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid (vorne in der Mitte) posierte mit den Absolventen.
Freude im Uditorium: Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid (vorne in der Mitte) posierte mit den Absolventen. © Foto: Sabine Ackermann
Kreis Göppingen / Sabine Ackermann 12.04.2018

Sie sind unsere Hauptakteure, es ist eure Feier“, begrüßt Alexander Gonzalez, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Göppingen, das volle Uditorium nach dem musikalischen Einstand nach Maß. „From a Distance“ lautete der erste Titel der sich großartig präsentierenden Chor Company, wo es in einer Liedzeile übersetzt heißt: Aus der Entfernung gesehen gibt es Harmonie. Und Eintracht, Übereinstimmung und Harmonie sind nur einige Attribute, die zwischen den einstigen Lehrlingen und ihren Meistern bestimmt vorhanden waren.

Von der Bäckerin bis zum Zerspanungsmechaniker, 109 junge Menschen, alles ehemalige Handwerks-Auszubildende, sind jetzt Gesellen. Mit den Worten „mach mal“ übergab ihm Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid das Zepter, insofern war es für Alexander Gonzalez gleichfalls eine Premiere. Auch deshalb, weil sein Ansinnen, die Veranstaltung attraktiver und moderner zu gestalten mit der Option, Bewährtes stehen zu lassen, prima gelungen ist. Die Ehrengäste fassten sich in ihren Reden erfreulich kurz.

„Sie können stolz sein“

„Frau Messerschmid, mein Herzklopfen ist weg“, übergab der Geschäftsführer das Wort an die Studiendirektorin der Gewerblichen Berufsschule Geislingen weiter. Die jungen Leute haben ein Ziel erreicht, auf dass sie mehrere Jahre hingearbeitet haben, so Ilse Messerschmid und betont: „Sie können stolz auf ihre Berufswahl sein; Sie sind gefragte Frauen und Männer.“ Und als dreifache Mutter wüsste sie, was das bedeutet: „Meine zwei Jungs habe ich durch die Höhen und Tiefen der Ausbildung begleitet“, verrät die 56-jährige Schulleiterin.

Habe jemand vor, im Frühjahr zu renovieren, würde sich jener nach dem Kenntnisstand des Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks wundern, denn laut Hans Peter Wollseifer betrage die Auftragsvorlaufzeit im Schnitt zehn Wochen, berichtet Ilse Messerschmid. Sei diese lange Wartezeit auf einen Maler oder Klempner für die Kunden ­ärgerlich, leide außerdem die Branche selbst unter den Schattenseiten des brummenden Geschäfts.

„Noch nie waren Fachkräfte – also Sie – so knapp wie jetzt“, unterstreicht die Studiendirektorin und ergänzt: „Etwa 45 000 Stellen konnten nicht besetzt werden, nie waren die Aussichten besser für Sie.“ Die Digitalisierung der Wirtschaft, moderne digitale Technologien, exakte Datenanalyse – nur ein kleiner Teil, die das Berufsbild des Handwerks verändern: „Von einem kann ich Sie aber nicht lossprechen, nämlich von der Aufgabe des lebenslangen Lernens.“ Sehr erfrischend, dass zwischen den knackigen Reden der großartige Chor Company mit seinen unterschiedlichen Stilrichtungen mehrfach unter Beweis stellte: Manchmal lohnt es sich, eingefahrene Wege zu verlassen.

Bevor die Junggesellinnen und Junggesellen auf die Bühne kamen, wurde die Chroma-Werkstatt, Kötzle & Starosta GmbH, Göppingen für ihr nachhaltiges Engagement und die herausragende Qualität und Kontinuität in der Ausbildung  gewürdigt. „Bis dato habe die Firma 40 junge Menschen erfolgreich ausgebildet, viele dieser Auszubildenden haben Lernschwächen oder sogar Lernbehinderungen“, klärt Bernd-Michael Hümer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart über das Engagement des Maler- und Lackierermeisters Matthias Kötzle auf, seine Frau Barbara hat wiederum eine pädagogische Ausbildung.

Die Preisträger nutzen oft innovative Ausbildungselemente, engagieren sich ehrenamtlich, unterstützen benachteiligte Jugendliche oder schaffen Ausbildungsplätze für junge Menschen mit eine Behinderung oder einem Migrations- und Flüchtlingshintergrund, heißt es weiter.

Die besten des Jahrgangs

Für ihre Prüfungsleistungen wurden bei der Lossprechungsfeier 20 junge Frauen und Männer geehrt. Darunter sind zwei Personen mit sehr gut und achtzehn Personen mit gut.
Sehr gute Prüfungsleistungen: Bäcker: Jahrgangsbestleistung mit 1,3: Bäckerin Johanna Uhl, Geislingen, bei Bäckerei Markus Edinger, Salach. Sehr gute Prüfungsleistungen: Verkäuferin Sabrina Köhler, Geislingen, bei Bäckerei Dietmar Hoyler, Göppingen.
Gute Prüfungsleistungen: Bäcker: Bäcker Patrik Götz, Kuchen, bei Bäckerei Manfred Zeller, Göppingen; Verkäuferinnen: Esme Kumasci, Eislingen, bei Bäckerei-Konditorei Mayers, Salach; Alena Spetter, Eislingen, bei Bäckerei Kauderer GmbH, Heiningen.
Installateure, jeweils Anlagenmechaniker: Robin Florea, Deggingen, bei Florea Haustechnik GmbH, Deggingen; Marvin Freichel, Gingen, bei Flaschnerei Installateur- und Heizungsbaubetrieb Christian Strauß, Gingen; Mario Gropper, Donzdorf, bei Installateur- und Heizungsbaubetrieb Peter Gropper GmbH, Donzdorf; Dennis Grubert, Göppingen-Faurndau und Kai Hirschberger, Notzingen, jeweils bei Hans Klein Heizung-Sanitär GmbH, Schlierbach; MoritzRehme, Geislingen, bei Dobrick GmbH, Salach; Axel Steeb, Nellingen, bei Jürgen Notz, Nellingen.
Kraftfahrzeugmechatroniker: Florian Kiene, Kuchen, bei Autohaus Kauderer GmbH & Co. KG, Eislingen; Horst Oertel, Kuchen, bei Burger Schloz Automobile GmbH & Co. KG, Uhingen.
Metallbauer: Jan Fischer, Süßen, bei Carl Stahl Hebetechnik GmbH, Süßen; Dennis Geiger, Eislingen, bei Schlosserei Bernd Schmelzle, Göppingen; Jens Minkmar, Göppingen, bei MetallArt Metallbau Schmid GmbH, Salach.
Stuckateur: Maximilian Kolbenschlag, Weilheim, bei Stuckateurbetrieb Roland Gloc, Rechberghausen.
Zerspanungsmechaniker: Felix Haux, Göppingen-Jebenhausen und Daniel Hross, Uhingen, jeweils bei Wittmann GmbH, Uhingen.