Göppingen Bierakademie: Kneipe in der Freihofstraße brennt komplett aus

Göppingen / Susann Schönfelder 04.01.2019
Am Mittwoch brach in der Göppinger Kneipe „Bierakademie“ ein großes Feuer aus. Die Feuerwehr rückte mit acht Fahrzeugen aus. Der Sachschaden ist enorm.

„Raus hier, hier brennt’s!“ Ein gemütlicher Restaurantabend fand für Thomas Hummel und seine Familie am Mittwochabend ein jähes Ende. Der 55-Jährige saß in einem Lokal gegenüber der Bierakademie in der Göppinger Freihofstraße, als seine Tochter plötzlich Flammen sah. „Ich bin sofort rausgelaufen und habe gesehen, dass der Schuppen neben der Bierakademie brennt“, berichtet der Uhinger.

Helfer rettet Gäste

Sofort sei er in die Traditionskneipe gestürmt und habe versucht, die Gäste zu bewegen, ins Freie zu gehen. „Da drinnen hatte keiner etwas gemerkt, die dachten, die werden veräppelt“, erzählt Thomas Hummel. Er habe alle Hände voll zu tun gehabt, die Besucher samt dem aufgeregten Wirt in Sicherheit zu bringen. *Zwei junge Leute, die vor dem Lokal waren, habe er daher aufgefordert, die Feuerwehr zu alarmieren. Er selbst habe noch schnell sein Auto weggefahren, damit die Einsatzkräfte freie Bahn haben.

Die Feuerwehr rückte gegen 21 Uhr an. Das Feuer war in einem kleinen Schuppen neben der Gaststätte ausgebrochen, die Ursache ist noch unklar. „Wir haben noch keine heiße Spur, die Ermittlungen laufen in alle Richtungen“, sagt Holger Fink, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Es werde nun ein Sachverständiger eingeschaltet. Zusammen mit Zeugenaussagen werden die Ermittler dann Licht ins Dunkel bringen. „Erfahrungsgemäß wird das ein paar Tage oder sogar Wochen dauern“, fügt Fink hinzu.

Feuerwehr mit acht Fahrzeugen vor Ort

Die Göppinger Feuerwehr rückte mit 37 Feuerwehrleuten und acht Fahrzeugen zu dem Großbrand aus. „Unser Hauptaugenmerk lag auf den angrenzenden Gebäuden“, sagt der hauptamtliche Kommandant Karlheinz Widmeyer. Nachdem sich das Feuer auf die Gaststätte selbst ausgebreitet hatte, sei es darum gegangen, einen weiteren Übergriff zu verhindern. „Das ist uns gelungen, es gab keinen weiteren Schaden“, berichtet Widmeyer. Lediglich ein Fenster am angrenzenden Kunsthaus Frenzel sei beschädigt worden, was zu einem leichten Raucheintritt geführt habe. Durch die Hitze sei auch die Fassade des nebenstehenden Hauses in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Bierakademie sei hingegen nicht mehr zu retten gewesen: „Sie ist im Inneren komplett niedergebrannt, ein Aufbau wird wohl nicht mehr machbar sein“, befürchtet der Feuerwehrkommandant. Kunststoffkisten, PET-Flaschen und Gasflaschen für einen Heizpilz hätten das Entstehen des Brands begünstigt, erklärt Widmeyer. Auch der Kommandant hat zahlreiche Schaulustige beobachtet, die mit ihren Smartphones das Feuer filmten. „Wir haben auch Tipps bekommen, wie wir löschen sollen“, berichtet Karlheinz Widmeyer. Die Löscharbeiten seien aber nicht behindert worden: „Wir haben unsere Arbeit gemacht.“

Verletzt wurde bei dem Großbrand glücklicherweise niemand. Das Feuer war gegen 23.40 Uhr gelöscht. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 300 000 Euro.

Das Lokal liegt in Schutt und Asche

Das Ausmaß des Brandes war am Freitag deutlich sichtbar: Zwei verkohlte Barhocker standen am Eingang der Kneipe, direkt vor dem Absperrband der Polizei. Die Scheiben der mit Tannenzweigen verzierten Fensterrahmen waren geborsten, schwarze Bretter lagen auf dem Boden. Im Inneren des Lokals Schutt und Asche. Nur ein Schild mit der Aufschrift „Mehr als 40 Sorten Bier“ hat das Feuer unbeschadet überstanden und ist eines der letzten Zeugnisse der Bier­akademie.

Auch Stunden nach dem Feuer lag noch der Geruch von Rauch in der Luft. Passanten blieben stehen und schauten sich die Überreste des einstigen Lokals an, machten Handybilder, waren betroffen. „Zum Glück wurde niemand verletzt“, meinte eine Frau.

* In einer früheren Version des Artikels hieß es, die zwei Jugendlichen hätten gefilmt, statt zu helfen. Dies dementierte eine Gruppe Jugendlicher, die sich bei der NWZ gemeldet hat. Sie fühlten sich damit falsch dargestellt.

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