Analyse Löschwasser: Nicht überall ausreichend

Hattenhofen / SWP 17.05.2018

Man hat es gewusst: Bei der Löschwasserversorgung in Hattenhofen gibt es Schwachstellen. Eine hydraulische Berechnung, die für alle Gemeinden im Verbandsgebiet vorgenommen wird, hat es bestätigt. Der Befund: Die Löschwasserversorgung könne mit Ausnahme von Einzelbauwerken und Bereichen mit historischem Bestand („alte Siedlung“ Dobelwiesen) im Grundschutz gewährleistet werden. Die Schwachstellen sind kein irregulärer Zustand. Der Gesetzgeber hält es für ausreichend, wenn im Brandfall über andere Hydranten mit 300 Meter Umkreis Löschwasser herangeschafft wird.

Darüber kann der Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Steffen Berroth nur den Kopf schütteln. 300 Meter lange Leitungen, das wären 15 bis 20 Schläuche, seien nicht praktikabel und überhaupt keine Lösung, erklärte er seinen Ratskollegen. Der Bericht suggeriere, letztlich sei bei der Löschwasserversorgung alles gut, was so nicht stimme. In bestimmten Bereichen habe die Feuerwehr alles versucht, aber der Löschwasserdruck sei zu gering. Bei einem Hydranten in der Friedhofstraße komme zu wenig Wasser an. Da stimme etwas nicht. Dies werde im Bericht nicht dargestellt.

Zu Letzterem ist Verbandsbaumeister Wolfgang Scheiring auch ratlos. Dieser Hydrant gehöre zur Landeswasserversorgung, man sei auf deren Angaben angewiesen, und könne auch nicht in deren Netz „rummachen“. Man müsse dort weiter testen. Ein Gemeinderat vermutet einen Zusammenhang mit der Bebauung des Gewerbeparks Wängen in Zell: Seitdem sei der Druck in der Friedhofstraße zurückgegangen.

 Was kann man tun? Bürgermeister Jochen Reutter und Wolfgang Scheiring setzen auf einen Ringschluss. Beispiel Dobelwiesen: Die Leitungen in der Kürze, im Kirchweg und in der Dobelstraße sollen verbunden werden, dann hätte man eine einzige Verbindungsachse für die gesamte Siedlung nördlich der Dobelstraße.  Die Leistungsfähigkeit würde um 45 Prozent erhöht. 110 Meter neue Leitungen bräuchte man dafür, an anderer Stelle 230 Meter.  In der Friedhofstraße würden eine Engstelle beseitigt – 160 Meter neue Leitung. Bürgermeister Jochen Reutter will demnächst detaillierte Vorschläge mit einer Kostenberechnung vorlegen.

Aus fachlichen Gründen verworfen wurde der Vorschlag von Bernd Liebrich, die Aufteilung des Netzes in zwei Zonen wieder rückgängig zu machen. Dann hätte man im Katastrophenfall überall Wasser, meinte Liebrich. Das sei dann aber immer ein Lavieren mit Hoch- und Niederdruckzone, hieß es.  Gute Nachricht hat das Gutachten zur Trinwkasserversorgung: die sei sicher.