Infrastruktur Lob für „kluges Konzept“

Im Eislinger Wohngebiet Mittelklinge, in dem Mehrfamilienhäuser dominieren, sind Parkplätze rar. Die Stadt will mit einer Konzeption Abhilfe schaffen.
Im Eislinger Wohngebiet Mittelklinge, in dem Mehrfamilienhäuser dominieren, sind Parkplätze rar. Die Stadt will mit einer Konzeption Abhilfe schaffen. © Foto: Giacinto Carlucci
Karin Tutas 15.12.2017
Im Eislinger Wohngebiet Mittelklinge könnte für rund 45.000 Euro die Parkplatzsituation deutlich entspannt werden.

Viele Parkplätze mit relativ geringem Aufwand.  Das Konzept für das Eislinger Wohngebiet Mittelklinge, das die Verwaltung in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats vorstellte, stieß bei den Bürgervertretern durch die Bank auf Wohlwollen.

In dem stark wachsenden Gebiet am Tälesweg und seinen Nebenstraßen mit vielen Mehrfamilienhäusern gebe es regelmäßig Beschwerden wegen Behinderungen und falsch abgestellter Fahrzeuge sowie Anfragen nach mehr Parkflächen, berichtete Baubürgermeister Jürgen Gröger.  Ein Problem, das auf den Bebauungsplan zurückzuführen ist. Damals sei nur ein Platz pro Wohneinheit ausgewiesen worden, so Gröger.

Nachdem inzwischen weitere Mehrfamilienhäuser gebaut wurden, hat die Kommune sich des Themas angenommen und das Wohngebiet unter die Lupe genommen. Das Ziel sei gewesen, den Parkdruck und die damit verbundenen Behinderungen zu mindern, aber nicht um jeden Preis, machte Gröger deutlich. Mit Blick auf die Aufenthaltsqualität gelte es gut abzuwägen, an welcher Stelle neue Parkplätze tatsächlich notwendig seien. Denn letztendlich trage die Kosten – insgesamt 45.000 Euro – die Allgemeinheit, weil die nachträglich ausgewiesenen  Flächen nicht über Erschließungsbeiträge abgerechnet werden können.

Etwa ein Viertel der, wie es Gröger ausdrückt, insgesamt 78 „neu generierten“ Plätze gibt es im Prinzip schon. Sie würden nur nicht als solche erkannt. Markierungen sollen Abhilfe schaffen, zum Beispiel entlang des Täleswegs, wo dann auch ein Teil des Schilderwaldes aus immer wieder unterbrochenen Halteverboten aufgelöst werden könne. Rund 50 neue Plätze sollen auf bislang nicht genutzten städtischen Flächen entstehen. Die Verlängerung des verkehrsberuhigten Bereichs in der Kettelerstraße um 60 Meter ermögliche es, einen Gehweg durch Parkplätze zu ersetzen. Baulich sollen nur insgesamt 17 Parkplätze angelegt werden: auf einer Schotterfläche am Ende des Täleswegs und beim Hasenheim.

„Eine sehr ausgewogene Planung“, lobte der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Ritz die Planungen. Grünen-Sprecher Holger Haas sprach von einem „sehr klugen Konzept“, weil nicht jeder Quadratmeter zugeparkt werde. Gerd Fischer (Freie Wähler) war „froh, dass sich in dem Gebiet etwas tut“. Jedoch bestand der Stadtrat darauf, das Konzept noch einmal den Anwohnern vorzustellen, weil zur letzten Informationsveranstaltung so spät eingeladen worden sei, dass nur neun Anlieger gekommen seien. Peter Ritz verwunderte das Ansinnen seines Ratskollegen: „Wir hatten noch keinen Bürgerdialog, bei dem die Leute so positiv reagiert haben.“ Auch die CDU sehe keinen Grund, dem Konzept nicht zuzustimmen. Indes räumte der Fraktionsvorsitzende Manfred Strohm ein: „Da oben wurde der Fehler gemacht, nur einen Parkplatz pro Haushalt zu verlangen“, sagte Strohm. Mit Blick auf künftige Baugebiete und dem Zuwachs an Fahrzeugen in Eislingen fand der Stadtrat: „Wir sollten ernsthaft diskutieren, ob wir nicht zwei Stellplätze pro Wohneinheit verlangen. Sonst zahlt das die Allgemeinheit.“

Beschlossen wurde noch nichts. Ein Plan der neuen Stellplatzkonzeption soll zunächst veröffentlicht werden. Im Januar werden die Anwohner erneut zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.