Die Flüchtlingskrise hat historische Dimensionen. Und zeitigt damit auch besondere Begleiterscheinungen. Erstmals in ihrer Geschichte ziehen die drei Rotary-Clubs des Landkreises sowie der Lions Club Göppingen an einem Strang. Die vier Club-Präsidenten unterzeichneten jetzt im Hotel Hohenstaufen eine Kooperationsvereinbarung zur Flüchtlingshilfe.

Im Zentrum steht nicht kurzfristige Hilfe, sondern die Zusammenarbeit bei der Integration und Vermittlung der Werte des Landes sowie bei der Eingliederung der Einwanderer in den Arbeitsmarkt. Im Vordergrund stehe also nicht die finanzielle Unterstützung, die schon vielfach geleistet werde, betonen die Kooperationspartner. Vielmehr soll Hilfe koordiniert und sollen die Netzwerke der Clubmitglieder effektiv genutzt werden. Den Anstoß zum Aktionsbündnis hatte der Präsident des Rotary-Clubs Göppingen-Stauferland, Alexander Gaugler, aufgrund seiner Eindrücke beim Runden Tisch Asyl gegeben: "Das Engagement der Ehrenamtlichen ist beeindruckend, aber die Leute finden nicht zusammen."

Dennoch soll es auch finanzielle Unterstützung geben, so sie denn benötigt und noch nicht anderweitig geleistet wird. Aus einem sogenannten "Feuerwehrtopf" könne akuter Finanzierungsbedarf gedeckt werden, erklären die Mitglieder des Aktionsbündnisses.

Hermann Wiegand, Präsident des Rotary-Clubs Geislingen-Laichingen sieht eine der Herausforderungen darin, mit sinnvollen Projekten für das Thema Flüchtlingshilfe in der Bevölkerung zu werben. Nicht zuletzt, da die Völkerverständigung ein wichtiges Anliegen der Clubs sei. Umso wichtiger sei es aber auch, die Projekte für die hiesige Bevölkerung nicht zu vernachlässigen.

Man wolle mit der Arbeit dort ansetzen, wo der Übergang vom Asylsuchenden zum Mitbürger gefordert ist, so Gernot Imgart, Präsident des Göppinger Lions-Clubs. Diese Aufgabe sei alles andere als einfach und sehr langfristig zu sehen. Für diese Herkulesaufgabe möchten die Mitglieder ihre Netzwerke aktivieren, Berufsausbildungen begleiten, Patenschaften bei der Wohnungs- oder Arbeitsplatzsuche übernehmen, sowie bei bürokratischen Hürden Hilfestellung geben. Ein wichtiger Baustein des Aktionsbündnisses ist die zentrale Anlaufstelle, eine gemeinsame Internetplattform. Sie ist in Kürze unter info@dienst-bar.org zu erreichen.