Verkehrserziehung Links, rechts und nochmals links

Am Anfang haben die Vorschulkinder in Kuchen den Zebrastreifen paarweise überquert.
Am Anfang haben die Vorschulkinder in Kuchen den Zebrastreifen paarweise überquert. © Foto: pjm
Kuchen / Patricia Jeanette Moser 21.07.2018

Sechs Vorschul-Kinder des Kuchener Gemeindekindergartens SBI haben dieser Tage den Fußgänger-Führerschein gemacht. Die Verkehrserzieherin Gabi Meister kam mit ihrem Verkehrswacht-Mobil in den Kindergarten in die historische Arbeitersiedlung in Kuchen. Leon, Jakob, Amelie, Sam, Luca und Johanna stiegen mit Eifer in das wichtige Thema Verkehrserziehung mit ein. Viele persönliche Erfahrungen zum Thema Verkehrssicherheit brachten die Vorschüler schon mit. Gabi Meister baute zunächst eine Zebrastreifen-Attrappe auf und übte die sichere Überquerung der Straße auf diese Weise im Mehrzweckraum. Als nächster Schritt wurde eine Ampel „enthüllt“ und der Unterschied zwischen Autofahrer- und Fußgänger-Ampel verglichen. Zahlreiche Situationen des Straßenverkehrs aus der Sicht der Kinder wurden eingehend besprochen. So kamen alle überein, dass das Ballspiel besser im Garten stattfinden sollte und nicht an oder auf der Straße. Wie ein Mantra wurde die Straßenüberquerung am Zebrastreifen eingeübt: „Schau nach links, schau nach rechts und nochmals links, Augen auf – das bringt‘s“. Wichtig dabei: Der ausgestreckte Arm, gut sichtbar für den Autofahrer, als bittende Schranke. Dies hatten die Kinder schnell verinnerlicht. Somit konnte man endlich ins Freie.

Mit Warnwesten bekleidet, marschierten die Vorschulkinder, begleitet von Gabi Meister und einer Erzieherin in Richtung Fils­straße. Vorbildlich und freundlich hielten die Autofahrer am Zebrastreifen an und ließen die Kinder die Straße überqueren. „Dies ist leider nicht immer der Fall“, erzählte Gabi Meister. Sie und ihre beiden Kolleginnen bei der Verkehrswacht, Ina Maier und Eva Braun, erleben es immer wieder, dass Autos nicht anhalten, um die übenden Kinder die Straße überqueren zu lassen. Kürzlich wurde ein Kind geradezu angepöbelt, weil es dem eiligen Postzusteller zu langsam ging. An diesem Punkt bittet die Verkehrswacht um mehr Verständnis.

Die Buben und Mädchen tragen stets eine Sicherheitsweste und sind gut zu erkennen, zumal sie meist eine Gruppe bilden. Kinder, die sich mit dem Thema Verkehrssicherheit auseinandersetzen, sind oft noch zögerlich und ängstlich und wollen alles richtig machen am Schulungstag. Das kann schon mal ein paar Sekunden dauern. In Kuchen war das Verkehrsaufkommen gering und so bewahrten die Kinder die Ruhe und meisterten ihre Aufgabe mühelos.

Zebrastreifen nicht zuparken

 Als weiteres Problem sieht Gabi Meister das Parken im fünf Meter Sicherheitsbereich vor und nach dem Zebrastreifen. Dieser sollte unbedingt frei gehalten werden. Denn Kinder seien naturgemäß nicht so gut zu erkennen wie Erwachsene. Auf dem Weg zwischen Kindergarten und Zebrastreifen wurden noch viele Straßenschilder erörtert. Der Gehweg wurde durchgehend abgeschritten, auch wenn ein Parkplatz umgangen werden musste. Die Kinder wussten genau, dass die Einsatzfahrzeuge der Polizei, der Feuerwehr, Krankenwagen, des THW und der Notarztwagen überall durchfahren dürfen. Da müssen sie aufpassen, wenn sie die Sirene hören. Ein elektrisch betriebener Pkw rauschte leise an der Kindergruppe vorbei und war ein  lehrreiches Beispiel dafür, sich nicht nur auf das Gehör zu verlassen.

Nach der Rückkehr in den Kindergarten erhielten die sechs neuen „Verkehrsexperten“ ihren Fußgänger-Führerschein. Als jüngste Verkehrsteilnehmer dürfen sie ihr neues Wissen schon bald auf ihrem Schulweg anwenden.  Gabi Meister war sehr zufrieden. „Euch gibt es nur einmal“, bläute sie den Kindern ein, das Erlernte auch anzuwenden.  Das leuchtete den künftigen Erstklässlern ein.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel