Die 120 Jungen und Mädchen im Alter von sieben bis 14 Jahren können sich ihren Tag ganz frei gestalten: Ob sie nun fleißig am Hämmern und Sägen sind, sich mit einem Sprung in den Pool abkühlen oder im Bastel- und Filzzelt kreativ werden, ihnen sind keine Grenzen gesetzt.

Am Samstag sind Eltern und Verwandte zum Familientag eingeladen, um die Hütten ihrer Sprösslinge zu bewundern und bei Kaffee und Kuchen das hoffentlich gute Wetter zu genießen. Damit bis dahin alles fertiggestellt ist, legen die Kinder heute ein flottes Schaffenstempo an den Tag. „Wenn wir ein Dach oder ersatzweise eine Plane haben, dürfen wir in der Nacht auf Samstag sogar in unseren Hütten schlafen“, erzählt Lukas. Dem Elfjährigen gefällt das Schnapperdörfle auch deshalb so sehr, weil er seine Hütte so bauen darf, wie sie ihm gefällt, ohne Vorgaben der Betreuer.

Auf diese Zwanglosigkeit legt Leiter Jörg Michels großen Wert: Die Kinder dürfen machen was sie wollen, Handyverbot gibt es bei ihm auch keines. Aber gegen die eigene, selbst gebaute Hütte ist das Handy halt auch viel uninteressanter. Zweihundert Kilo Nägel und 15 Tonnen Holz haben die Kinder in den Hütten verbaut. „Die Nägel müssen nach dem Schnapperdörfle natürlich alle wieder raus – zumindest aus dem Boden. „Das erledigen wir dann mit einem Metalldetektor, der jeden einzelnen Millimeter auf Nägel absucht“, erklärt Michels.

Wer vom vielen Schaffen in der Sonne müde geworden ist, kann sich im Wellnesszelt bei einer Massage  entspannen. Oder doch lieber eine Stilveränderung? Eine neue Frisur, ein schön geschminktes Gesicht oder ein glitzerndes Tattoo bietet das Zelt ebenfalls an. Daneben gibt es einen Kurs, bei dem die Kinder Seife oder Badekugeln herstellen können. Damit ist das Programm im Schnapperdörfle aber noch lange nicht am Ende: Beim Tagesprogramm locken noch Wassergymnastik, Tanzen, Schießen mit dem Luftgewehr oder Reiten. Wer sich dann immer noch nicht ausgetobt hat, kann auf dem Trampolin, der Hüpfburg oder dem Fußballplatz seine Energie loswerden. Wasserratten dürfte der Pool inklusive Sandstrand und Palmen und die Wasserrutsche gut gefallen. Dieses reichhaltige Angebot findet Luis besonders toll. „Am besten sind die vielen Beschäftigungen, es macht immer Spaß hier und die Betreuer sind auch total nett“, versichert  der 13-Jährige.

Dem neunjährigen Freddy gefällt vor allem die Hülle und Fülle an Baumaterialien. In anderen Ferienlagern bekomme man viel weniger. „Außerdem gibt es bei uns viele spannende Sachen wie zum Beispiel das Tagesrätsel. Da müssen wir Dinge herausfinden, wie zum Beispiel das zusammengerechnete Alter der Betreuer.“

Dass das Schnapperdörfle den Kindern so eine abwechslungsreiche Freizeit bieten kann, sei vor allem den Sponsoren zu verdanken, betont Jörg Michels. Wie zum Beispiel dem FTSV Kuchen, der ein kleines Fußballfeld gesponsert hat. Viele Baumaterialien und die Wiese seien von Privatleuten zur Verfügung gestellt worden.