Wohnungsbau der Zukunft soll im Eislinger Wohngebiet „Haarwiesen“ verwirklicht werden. Dort wird ein „Solarwohnpark“ aus vier Gebäuden errichtet. Dies bedeutet, dass diese Wohnanlage, die das Stuttgarter Architekturbüro Böhme-Hilse entwickelt hat,  übers Jahr gerechnet kohlendioxid-neutral sein wird. Sie wird sich selbst mit Energie versorgen. Daher werde der Wohnpark weder einen Gasanschluss erhalten, noch andere Brennstoffe wie Öl, Kohle oder Holz benötigen, erläutert der Eislinger Bürgermeister Jürgen Gröger. Die Energie für die Heizung soll von Wärmepumpen kommen. Die vier Häuser, die laut Planungsunterlagen eine Gesamtwohnfläche von 2100 Quadratmetern bieten werden, werden unter dem Strich ebenso viel oder mehr regenerative Energie erzeugen, wie sie für Heizung, Warmwasser und Strom verbrauchen.

Nach Grögers Kenntnis wird Eislingen den ersten Wohnpark dieser Art in Deutschland erhalten. Der Bürgermeister spricht von einem bundesweiten Leuchtturmprojekt, das zeigen könne, wie künftig in Eislingen der Wohnungsbau aussehen und funktionieren kann. Es gebe zwar auch in Stuttgart-Möhringen ein ähnliches Projekt, das sei aber noch in der Entwicklung. Der vom Büro Böhme-Hilse  für 2017 angekündigte Baubeginn hat sich etwas verzögert, bestätigt Architektin Sigrid Thomas. Daher ist Gröger der Überzeugung, „dass wir in Eislingen die Ersten sein werden, welche mit den vier Gebäuden im Standard eines „Nearly Zero Energy Building“ oder „Aktiv-plus-Hauses“ einen Solarwohnpark bauen“. Wobei es in Deutschland bereits einzelne Plus-Energie-Häuser gibt, die einen Energieüberschuss erzeugen.

Die vier Gebäude mit insgesamt 28 Wohneinheiten und einer Tiefgarage mit 39 Stellplätzen werden so gedämmt sein, dass sie kaum Wärmeenergie benötigen. Das erlaube eine Einsparung beim Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent. Überschüsse, die die Photovoltaikanlagen auf den Dächern erzeugen, werden tagsüber in Batterien gespeichert. Zudem sollen die Häuser „schwesterlich“ (Planer Norbert Böhme) verbunden sein. Überschüssige Energie kann untereinander ausgetauscht werden. Damit kann die Energie entsprechend der Lebensstile der Bewohner genutzt werden.

In Eislingen war 2015 ein Investorenwettbewerb für das städtische Grundstück ausgeschrieben worden. Der Platz sollte für innovativen Wohnungsbau reserviert sein. Den Zuschlag hat das Büro Böhme-Hilse erhalten. Die Planer arbeiten mit der BPD Immobilienentwicklungsgesellschaft zusammen.

Vermarktung soll bald beginnen


Beteiligte Eislingen hat 2015 den Investorenwettbewerb für das Grundstück im Gebiet Haarwiesen ausgelobt und sich für das Stuttgarter Büro Böhme-Hilse als Planer entschieden. Investor ist die Stuttgarter Immobilienentwicklungsgesellschaft BPD.

Zeitplan Die Baugenehmigung liege vor, berichtet die Architektin Sigrid Thomas (Böhme-Hilse). Noch 2017 könnten Erdarbeiten am Grundstück beginnen. Laut Bürgermeister Jürgen Gröger sollen Käufer für etwa 40 Prozent der Wohnungen gefunden werden. Die Vermarktung beginnt bald.