Abschied Letzte Sause einer klangvollen Ära

Inge Czemmel 08.11.2018

Dreieinhalb Jahrzehnte haben sie  Akzente in der musikalischen Landschaft gesetzt. Am Samstag steigt die große VAM-Abschlussparty in Holzheim. „Willkommen sind alle, die Spaß am etwas anderen Blasvergnügen hatten“, erklärt Christian Wahl. Die Musiker möchten sich mit der letzten Sause bei Fans, Veranstaltern, ehemaligen Musikern, Aushilfen und Technikern, sowie ihren Familien und Freunden bedanken.

Gegründet wurden die Voralbmusikanten einst am Ostermontag 1983 in Heiningen. Rudi Engelmann und Lorenz Dittrich hatten damals die Idee, eine kleine Blasmusikbesetzung im Egerländerstil ins Leben zu rufen. Die Anfangsbesetzung bestand aus Musikern der Musikvereine Wangen und Hattenhofen.

Von Anfang an erfuhr die neue Kapelle große Unterstützung vom Trachtenverein Dürnau-Boll-Gammelshausen, und beim Trachtenfest 1984 wurde durch eine Publikumsbefragung der Name „Voralbmusikanten“ gefunden. 1992 trennten sich die Voralbmusikanten von der Trachtengruppe, um eigene Wege zu gehen. Die Kapelle wurde neu formiert und die musikalische Richtung der Zeit angepasst. „Aus der reinen Egerländer Blasmusik wurde ein ganz spezieller bläserischer Sound mit E-Bass, E-Gitarre und Schlagzeug generiert, der mit Oldies und modernem Sound das Publikum neu ansprechen sollte“, erzählt Wahl.

Der Erfolg gab den Musikern recht. Die Jungs aus dem Filstal traten zwar in feschen Lederhosen auf, doch neben Volks- und moderner Blasmusik erstreckte sich ihr breitgefächertes Repertoire bis zu fetzigen Rock und Popsongs. Zeltfeste, Firmenfeste, Hochzeiten und Straßenfeste – die Voralbmusikanten waren überall anzutreffen, wo gute Livemusik gefragt war.

Vorgruppe für die Klostertaler

Ein besonderes Highlight war es, als sie 1994 bei der Hirrlinger Kirbe als Anheizergruppe für die damals jungen Klostertaler engagiert wurden. 1998 wurde der Bandname in „VAM – das etwas andere Blasvergnügen geändert“ und die lederne Kniebundhose gegen eine lange Lederhose getauscht, um das Erscheinungsbild an den neuen Musikstil anzupassen. Die Egerländer Blasmusik verschwand in der Versenkung. Die VAM’s feierten bei zahlreichen Auftritten große Erfolge. 2003 wurde sogar eine eigene CD aufgenommen.

Dass die Gruppe sich nach 35 Jahren nun auflösen wird, ist in der Hauptsache zeitlichen Gründen geschuldet. Christian Wahl: „Als wir anfingen, waren wir alle Junggesellen, jetzt haben alle Familie und zwei bis vier Kinder zwischen 9 und 16 Jahren. Da will man am Wochenende auch mal was mit der Familie unternehmen und auch in anderen Vereinen tätig sein. Es ist zunehmend schwierig geworden immer alle zehn Musiker terminlich unter einen Hut zu bringen, aber keiner wollte richtig sagen, dass er nicht mehr will. Irgendwann haben wir uns an den Tisch gesetzt, darüber gesprochen und beschlossen, aufzuhören. Es war eine schöne Zeit.“

Die VAM, das waren zuletzt Achim Eberlein und Rüdiger Nowack (Trompete), Michael „Schurri“ Solleder (Posaune) und Markus Pölz (Posaune und Gesang), Wolfgang Woitke und Timo Bonzheim (Saxophon), Gerhard Heinrich-Käfer (Gitarre), Christian „Chrische“ Wahl (Gitarre und Management), Wolfgang „WS“ Sellner (Bass, Gesang und Musikalische Leitung) sowie Michael „MK“ Kainz (Schlagzeug, Gesang).

Info Große Abschiedsparty am Samstag, 10. November, in der Turnhalle des TV Holzheim. Einlass ab 18.30 Uhr.

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