Heiningen Urnenplätze fast alle belegt

Heiningen / JÜRGEN SCHÄFER 28.08.2018

Zwischen den Gräberfeldern hat es Platz. Ganze Flächen sind nicht mit Gräbern belegt und verstärken den parkähnlichen Charakter des Heininger Friedhofs. Mindestens im nördlichen Teil, oberhalb der Aussegnungshalle. Dort stehen schöne, alte Bäume mit großen Kronen.

Dass es diesen Platz gibt, war vor 20 Jahren unvorstellbar. Damals hatte die Gemeinde Grund zur Sorge: Wie lange reicht der Platz auf dem Friedhof? Er ist unglücklicherweise nicht erweiterbar. Von zwei Seiten fassen ihn Straßen ein, im Süden zur Voralbhalle liegen Fischteiche.

Der Wandel der Bestattungsformen vom Sarg zur Urne hat die Situation entspannt. Die Gemeinde griff das auf und arbeitet weiter an der Entwicklung des Friedhofs. „In den letzten Jahren hat sich einiges getan“, erläuterte Bürgermeister Norbert Aufrecht im Gemeinderat. Schlechte Wege sind gerichtet worden, der Bauhof der Gemeinde habe das sauber gepflastert, lobt er. „Das lässt sich sehen.“

Schon vor fast zehn Jahren kamen die ersten Urnenstelen, direkt an der Aussegnungshalle, neben dem Gedenkstein für die Heimatvertriebenen. Die seien extrem schnell angenommen worden, das waren gleich mal 50 Urnenplätze. An der Nordseite steht das zweite Stelenfeld, von etwa 40 Plätzen sind gut 25 belegt. Eine dritte Stelengruppe soll kommen, im gleichen Stil. „Damit soll es mal gut sein“, sagt Aufrecht.

Parallel dazu will er etwas Neues bieten: Gräber unter einem der großen Friedhofsbäume am Nordrand, etwa 20 Urnenplätze sind im Wurzelbereich möglich. Sie werden in zwei Reihen angelegt. „Die Baumbestattung wird sehr beliebt sein“, prognostiziert er. Matthias Kreuzinger (CDU) denkt, dass vielleicht der eine oder andere in Heiningen bleibe statt sich zum Friedwald in Wangen hin zu orientieren. Heiningen könnte auch mehr machen. „Wir hätten mindestens noch zwei alte Bäume“, sagt Aufrecht. Gemeinderat Rolf Reick denkt schon weiter. „Auch ein Baum lebt nicht ewig. Wir sollten gleich neue Bäume pflanzen.“ Der Schultes erwägt Steinplatten über den Urnen. Das könnte teurer sein als das vom Hersteller vorgegebene Metall, gibt Dieter Nemec (SPD) zu bedenken.

Zweite Neuerung: ein Urnengemeinschaftsfeld. Das gibt es schon auf etlichen Friedhöfen und kann ganz verschieden gestaltet sein. Doris Röhm (Frauenliste) ist für Steinplatten, ohne Stelen. Oliver Grässle wünscht sich einen kleinen Entwurf wie das aussehen könnte, und kann sich vorstellen, das Gräberfeld für Kinder gleich darin zu integrieren, das so etwas verloren wirkt. Zwei Kindergräber liegen am Rand einer Wiese, und hoffentlich werden’s nicht mehr, wünscht sich der Schultes. Einstimmig begrüßte der Gemeinderat die Neuerungen. Doris Röhm sieht eine große Vielfalt der Heininger Bestattungsformen. Sie verwies auch auf das anonyme Grabfeld und die Wiesengräber.

Die neuen Bestattungsformen sollen bald kommen. Für die Stelengruppe rechnet Aufrecht mit 30 000 bis 40 000 Euro. Die Gemeinde habe mit Michael Mueller einen Friedhofsverwalter, wie man ihn sich wünsche.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel