Friedhof Letzte Ruhe unter Bäumen

Unter dieser großen Linde sollen bald auch Baumgräber Platz auf dem Friedhof finden.
Unter dieser großen Linde sollen bald auch Baumgräber Platz auf dem Friedhof finden. © Foto: Thomas Hdehn
Böhmenkirch / Von Thomas Hehn 12.10.2018

Lange und intensiv hat sich ein Arbeitskreis unter der Leitung von Bürgermeister Matthias Nägele mit der künftigen Entwicklung der Friedhöfe in Böhmenkirch und seinen Teilorten beschäftigt. Am Mittwoch hat der Bürgermeister die Pläne für den Böhmenkircher Friedhof dem Gemeinderat vorgestellt. Nägeles Fazit nach der Besichtigung mehrerer Friedhöfe im Landkreis:  „Der Trend geht eindeutig zur Urnenbestattung“. In diesem Zusammenhang würden speziell auch Baugräber sowie von Gärtnern gepflegte Urnengrabanlagen nachgefragt. Um diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, hat der Arbeitskreis folgende Empfehlungen ausgearbeitet:

● Zwischen den Abteilungen 6 und 8 im nordöstlichen Rand des Friedhofs wird ein Bereich für Urnengemeinschaftsgräber geschaffen, die von einem Gärtner gepflegt werden. Laut Nägele wäre hier Platz für zunächst 32 Urnen.

● Baumgräber sollen unter einer bereits stehenden Linde am südlichen Rand unterhalb von Abteilung 5 angelegt werden.

● Da die bestehende Urnenstelen­anlage inzwischen fast komplett belegt ist, wird der Komplex um ein weiteres Feld erweitert.

● Auf ebenfalls ins Auge gefasste Rasengräber will man verzichten, da sich die Erde über den Gräbern im Lauf der Jahre immer wieder setzt und man ständig auffüllen müsste.

● Um mehr Platz für Baggergassen zu schaffen, soll künftig jede zweite Grabreihe entfallen. „Das ist aber ein sehr langfristiger Prozess und kann Jahrzehnte dauern“, betonte der Bürgermeister. So sollen zum Beispiel noch lebende Ehegatten oder Partner auch weiterhin die Möglichkeit haben, in den bestehenden Gräber bestattet  zu werden.

● Das gleiche Vorrecht gilt für die Gräber entlang der Friedhofsmauer, die auf lange Sicht ebenfalls wegfallen sollen.

Wie der Bürgermeister weiter erläuterte, könnten die ersten Gemeinschaftsurnengräber sowie die Baumgräber bereits im kommenden Frühjahr belegt werden. Zuvor müsse die Gemeinde aber noch einen Vertrag mit der Friedhofsgärtner-Genossenschaft über die auf 20 Jahre ausgelegte Pflege der Anlage abschließen. Nägele zufolge wird diese Aufgabe voraussichtlich die Geislinger Gärtnerei Vogt übernehmen.

Der Gemeinderat stimmte den Empfehlungen unisono zu. Darüber hinaus wurde die Verwaltung ermächtigt, den erforderlichen Vertrag mit der Gärtner-
Genossenschaft auszuarbeiten und dem Gremium dann wieder zur Genehmigung vorzulegen.

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