Gesellschaft Leitung fest in Frauenhand

Kulturelles steht bei den Fahrten des „Frohen Alters“ stets auf dem Programm, wie beim Ausflug nach Königsbronn.
Kulturelles steht bei den Fahrten des „Frohen Alters“ stets auf dem Programm, wie beim Ausflug nach Königsbronn. © Foto: Privat
Süßen / Iris Ruoss 15.08.2018

Die evangelische Kirchengemeinde gründete einen offenen, ökumenischen Seniorenclub“, berichtet der Süßener Seniorenrats-Vorsitzende und frühere Bürgermeister Martin Bauch. Das Ziel war, die Rentner aus der Vereinsamung zu holen und ihnen mit Freizeitaktionen Abwechslung und soziales Miteinander zu bieten. Es wurde jeden Monat eine Veranstaltung angeboten, im Winter Vorträge und im Sommer Ausfahrten, 80 bis 100 Teilnehmer waren laut Aufzeichnungen immer dabei. Organisiert wurde alles von ehrenamtlichen Teams.

Im Laufe der Jahre formierten sich verschiedene Gruppen. Wanderungen, die Seniorengymnastik oder Theaterfahrten nach Ulm kamen dazu. „Frohes Alter“ bietet ein vielseitiges Seniorenprogramm. Die Leitungsteams waren all die Jahre fest in Männerhand. „Vor drei Jahren wollten die Männer ihr Amt nach mehr als 25 Jahren abgeben“, erzählt Bauch. Kurzerhand wurde ein Aufruf gestartet, um neue Mitstreiter zu gewinnen, die das Ruder in die Hand nehmen. Anneliese Auwärter, Elisabeth Fink und Theresia Ertel sind in die Bresche gesprungen.

Seither organisiert das Trio die Ausfahrten für das „Frohe Alter“ und die sind und waren schon immer sehr beliebt. Rund 40 000 Teilnehmer waren in den vergangenen 50 Jahren bei Ausfahrten und geselligen Nachmittagen im Gemeindehaus mit von der Partie. Das Jahresprogramm wird gemeinsam aufgestellt, jede der drei Frauen organisiert dann drei Ausfahrten pro Jahr. „Wir suchen die Reiseziele aus, organisieren Führungen und den Bus“, erzählt Theresia Ertel.

Kulturelles steht bei den Ausfahrten stets auf dem Programm. Im Kloster Maulbronn war man beispielsweise schon. Rund 70 Senioren sind an Bord, wenn es los geht. „Meistens haben wir sogar eine Warteliste“, sagt die 67-jährige Elisabeth Fink. Die Teilnehmer bei den Ausflügen sind zwischen Ende 60 und 85 Jahren und sie haben Spaß.

Zweimal pro Jahr gibt’s im Gemeindehaus einen Nachmittagskaffee und die Adventsfeier. „Da werden wir von fünf Frauen tatkräftig unterstützt“, sagt Fink. Der zeitliche Aufwand sei beträchtlich, aber: „Man wird durch die Freude und Dankbarkeit der Teilnehmer dafür belohnt“, ist sich Elisabeth Fink sicher. Und auch die drei Damen profitieren, denn sie lernen viele Ausflugsziele kennen.

Ein Programmpunkt steht jedes Jahr schon fest und das ist der Besuch des Naturtheaters in Grötzingen. Mit von der Partie sind zwar vorwiegend Süßener Senioren, einige Stammgäste kommen aber auch aus den Umlandgemeinden. „Meine Mutter ist früher schon mitgefahren“, erzählt Elisabeth Fink und sie engagiert sich, weil sie den älteren Semestern etwas bieten möchte. Sie hofft auch, dass das Angebot noch lange weiter läuft, damit sie und ihre beiden Mitstreiterinnen später einmal als Teilnehmer dabei sein können.

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