Eventräume In Eislingen eröffnet ein Paradies für Oldtimer-Fans

Michael Haiser (l.) und Peter Lampart glühen vor Begeisterung für ihr Projekt Zweigwerk N° 11. Das historische Fabrikgebäude in Eislingen wird derzeit aufwendig restauriert.
Michael Haiser (l.) und Peter Lampart glühen vor Begeisterung für ihr Projekt Zweigwerk N° 11. Das historische Fabrikgebäude in Eislingen wird derzeit aufwendig restauriert. © Foto: Giacinto Carlucci
Eislingen / Karin Tutas 14.10.2017

Die ersten Schätzchen sind schon eingezogen. Die Raritäten – darunter eine von 150 Replika des dreirädrigen Benz-Patent-Motorwagen Nummer 1 – in der dritten Etage der ehemaligen Landmaschinen-Fabrik Ventzki lassen die Herzen von Oldtimer-Fans höher schlagen. So nobel die Karossen sind, so edel ist das Ambiente auf rund 3000 Quadratmeter Fläche. Zwei Geschäftsmänner lassen das historische Industriegebäude derzeit restaurieren und umbauen.

Der Göppinger Bauunternehmer Peter Lampart, bekennender Autoliebhaber und „Nostalgiefan“,  und Michael Haiser, Gründer und Geschäftsführer einer Werbe- und Eventagentur in Stuttgart, wollen das Zweigwerk N° 11, so heißt das Gebäude künftig, mit einem neuen Konzept aus dem Tiefschlaf wecken. „So etwas gibt es nicht mal in Stuttgart“, sagt Haiser. Im Zweigwerk werden nicht nur Abstellplätze für Oldtimer geschaffen, das Gebäude soll für Ausstellungen, Workshops und Schulungen von Firmen oder Sonntagsbrunches für Familien offen stehen. Auch für Kulturveranstaltungen, Hochzeiten und private Feiern seien die Räume geeignet. Beim Catering werde mit dem Burg-Restaurant Staufeneck kooperiert, man sei aber offen, wenn Kunden einen anderen Gastronomen wählten, betonen Lampart und Haiser.

Die Geschäftspartner glühen vor Begeisterung für ihr Projekt und das alte Gebäude. Das wurde zwar komplett ausgebeint, „der Charakter ist aber authentisch geblieben“, erklärt Lampart. Ziegelmauern, Stahlträger, die Holzbalken der Dachkonstruktion bilden einen spannenden Kontrast zum modernen, gläsernen Aufzug an der Südfassade, der die Autos in die oberen Etagen befördert. Obendrauf gesetzt wurde ein verglaster Raum mit einem phänomenalen 360-Grad-Rundumblick aufs Filstal und die Alb.

Viel Liebe zum Detail spricht aus der Gestaltung der Räume und bei der Auswahl des Mobiliars: gediegene Clubatmosphäre mit Kaminfeuer und ein großer Veranstaltungsraum im Erdgeschoss. Autos sind das verbindende Element. Während die oberen beiden Stockwerke den Besitzern der Fahrzeugstellplätze vorbehalten sind, soll die erste Etage Museumscharakter erhalten. „Wir werden unter anderem mit dem Mercedes-Museum  kooperieren“, sagt Haiser. Um die Autos rum wollen die beiden Geschäftspartner die zur jeweiligen Zeit passenden Möbel platzieren. Ein gläsernes Atrium schafft hier die Verbindung zu den Events im Erdgeschoss.

Um die Wirtschaftlichkeit ihres Vorhabens machen sich die Investoren, die eine Millionen­summe in das Fabrikgebäude stecken, keine Sorgen. „Wir haben jetzt schon einen unwahrscheinlichen Zulauf“, erklärt Haiser und verweist auf seine Kunden aus der Autobranche.

Neues Leben in Industriebrache

Geschichte Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1907. Damals eröffnete der in Graudenz im heutigen Polen gegründete Landmaschinenbauer Ventzki ein Zweigwerk in Eislingen.

Eröffnung Am 2. und 3. Dezember wird das Zweigwerk N° 11 eröffnet.