Kontrolleure des Landratsamts Göppingen haben im Albhof Theo Schömbucher in Lauterstein zahlreiche und teils erhebliche Mängel bei der Hygiene und unzureichenden Eigenkontrollmaßnahmen festgestellt. Die Ergebnisse einer Kontrolle im November wurden auf der Internetseite des Landratsamts Göppingen veröffentlicht.

Auf „auffällige Untersuchungsergebnisse von Milch“ sei unzureichend reagiert worden, heißt es in dem Ergebnisprotokoll. Es bestand demnach das Risiko, dass schädliche Keime aufgrund von Hygienemängeln auf andere Lebensmittel übertragen werden. Dies bestätigte eine amtliche Probe von Raclettekäse. Weitere Proben waren unauffällig.

Schmutz am Boden, Schimmel an Wänden

Der Produktionsbereich war insbesondere unter den Arbeitsgeräten und an den Fußbodenbereichen mit altem Schmutz verunreinigt, heißt es in dem Protokoll weiter. Zahlreiche tote und lebende Fliegen belegten, dass die Verantwortlichen unzureichend Ungeziefer vorgebeugt beziehungsweise dieses nicht bekämpft hatten. Die Kontrolleure nahmen zudem einen „dieselähnlichen Geruch“ wahr. In der Käserei stellten sie Schimmelsporen an der Wand fest.

Lebensmittel galten als nicht zum Verzehr geeignet

Arbeitsgeräte waren erheblich beschädigt, wodurch dem amtlichen Bericht zufolge das Risiko von Kontaminationen ansteigt. Die unter derartigen Bedingungen behandelten Lebensmittel wurden als „verzehrsungeeignet“ beurteilt.

Der Farbanstrich an den Wänden blätterte vereinzelt großflächig ab. Im gesamten Betrieb stand des Weiteren kein voll funktionsfähiges Handwaschbecken mit Warmwasserzufuhr und hygienischen Mitteln zur Verfügung, um die Hände zu reinigen. Mehrere Personen arbeiteten in Straßenkleidung.

Großteil der Mängel wurde behoben

Um zu vermeiden, dass der Hofladen vorläufig geschlossen werden musste, mussten die Verantwortlichen umgehend damit beginnen, die Mängel zu beheben – unter behördlicher Überwachung. Bei einer Nachkontrolle Mitte Dezember war dies zu einem Großteil umgesetzt. Außer der Beseitigung der Hygiene- und Baumängel hat das Unternehmen laut dem Ergebnisbericht auch zugesichert, das Konzept der eigenen Kontrollen zu überarbeiten.

Inhaber befürchtet großen Image-Schaden

„Wenn man gesunden Menschenverstand und Vernunft walten lässt, hätte es nie zu dieser Veröffentlichung kommen dürfen“, sagt Theo Schömbucher, Inhaber des Albhofs, auf Nachfrage. Dass in dem Protokoll des Landratsamts die Rede von zum Verzehr ungeeigneten Lebensmittel sei, jedoch keine Schließung des Ladens angeordnet wurde, sei ein Widerspruch. Er stehe diesbezüglich in Kontakt mit dem Landratsamt, weitere Details wollte Schömbucher nicht nennen.

Nachdem das Landratsamt den Bericht am Freitag veröffentlicht hat, sei das Thema stark präsent und Gerüchte in Umlauf, sagt Schömbucher. Der Geschäftsführer befürchtet, die veröffentlichten Kontrollergebnisse könnten dem Image des Albhofs stark schaden und womöglich „dem Betrieb das Genick brechen“.