Gammelshausen Lauschiger Bach in Gammelshausen inspiriert Künstler

Hingucker am Wegesrand: Jochen Riehle (links) und Herbert Häbich bauen eine erste Skulptur am Gammelshäuser Bach auf. Sie soll die Pforte zum Schulweg bilden und heißt "Der Weg ins Leben".
Hingucker am Wegesrand: Jochen Riehle (links) und Herbert Häbich bauen eine erste Skulptur am Gammelshäuser Bach auf. Sie soll die Pforte zum Schulweg bilden und heißt "Der Weg ins Leben". © Foto: Inge Czemmel
Gammelshausen / INGE CZEMMEL 06.06.2015
Gemeinsam mit seiner Frau Anita, dem Metallkünstler Herbert Häbich und Josef Schütz verwirklicht der Holzkünstler Jochen Riehle aus Gammelshausen ein außergewöhnliches Kunstprojekt.

Wer derzeit den Bachweg zwischen Gammelshausen und Dürnau benutzt, kann beobachten, wie entlang des Baches ein kleiner Skulpturenweg entsteht. Initiiert und erdacht wurde das Kunst-Projekt von Jochen Riehle. Der Holzkünstler wohnt in der Kirchstraße, an die sich der Bachweg anschließt. "Hier sind alle Generationen unterwegs", weiß Jochen Riehle. Der Weg entlang des Baches, der übrigens auch Teil des Albtraufguckerweges ist, dient nämlich den Gammelshäusern seit Jahrzehnten als Kindergarten- und Schulweg und führt zudem zu den Sportplätzen.

Bei einem seiner Spaziergänge stellte Riehle fest dass ein maroder Zwetschgenbaum am Wegesrand mit einem blauen Kreuz gekennzeichnet war. "Das bedeutet, dass der Baum gefällt werden soll", erklärt Riehle. Da er seit vielen Jahren Skulpturen aus Holz fertigt, kam ihm gleich die Idee dass sich alternativ eine Skulptur aus dem Baum machen ließe. Also bat er die Gemeindeverwaltung, den Baum vorerst stehen zu lassen. "Mit der Idee eines 'Skulpturenwegles' ging ich schon länger schwanger", gesteht Riehle. "Der Baum war dann der letzte Anstoß."

Bei Bürgermeister Daniel Kohl rannte Riehle mit dem Vorschlag offene Türen ein. Schnell fand er auch Mitstreiter, die nun mithelfen, das Kunst-Projekt in die Tat umzusetzen. Die erste Skulptur namens "Auf dem Weg ins Leben" ist schon fast fertig. Riehle hat besagten Baum entastet, von der Rinde befreit und glatt geschliffen und gemeinsam mit seiner Frau Anita die Glasmosa-ikbuchstaben A, B und C und die Zahlen 1, 2 und 3 angefertigt. Metallkünstler Herbert Häbich fertigte eine passende Anbringungsvorrichtung.

Bald wird "Der Weg ins Leben" stehen und die Pforte zum Schulweg bilden. Ein weiteres Kunstwerk, das auf einem schmalen Stab im Bach stehen wird, soll "Blauer Planet" heißen. Einige Meter weiter ist das Objekt "Immer im Fluss" vorgesehen. Drei schräg stehende Rahmen sollen dazu animieren in den Bach zu schauen. Der eine Rahmen wird leer sein, einer wird mit Scheibe und der dritte mit einer Art Vergrößerungsglas versehen. "Das Leben ist wie der Bach", erklärt Riehle das Sinnbild. "Mal reißend, mal vor sich hin plätschernd, mal klar, mal trübe."

Als dritte Skulptur ist eine "Welle" aus Eisen vorgesehen, die Herbert Häbich am Bachufer aufstellen wird. Von ihm ist auch "die Sonnenanbeterin", für deren Sockel die Gemeinde sorgen will. Ein weiteres Werk, das Riehle zusammen mit Josef Schütz umsetzt, nennt sich "Gemeinschaft" und soll Judikative, Legislative und Exekutive symbolisieren. "Künstler, Gemeinde, Bauhof - bei der Verwirklichung des 'Skulpturenwegles' ziehen alle an einem Strang", freut sich Riehle, dem eine sukzessive Erweiterung zu einem Skulpturenkarree vorschwebt. "Der erste Schritt ist gemacht."

Am 5. September soll der Skulpturenweg am Bach im Rahmen des Backhausfestes eingeweiht werden. Angst vor Vandalismus hält Riehle nicht von seinen Visionen und seinem Tun ab. "Wenn man da schon vorher drüber nachdenkt, kann man gar nichts mehr machen", winkt er ab, schiebt sein Mützchen zurecht und stürzt sich wieder in die Arbeit.

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