Brauchtum Landwirtschaft soll mehr im Fokus stehen

Ende Oktober ist es soweit: Die Zuschauer können sich wieder auf einen Gammelshäuser Almabtrieb freuen. Die Landwirtschaft soll diesmal mehr im Mittelpunkt stehen.
Ende Oktober ist es soweit: Die Zuschauer können sich wieder auf einen Gammelshäuser Almabtrieb freuen. Die Landwirtschaft soll diesmal mehr im Mittelpunkt stehen. © Foto: Inge Czemmel
Gammelshausen / Inge Czemmel 25.01.2017

Zahllose, den Straßenrand säumende Menschen – beim landauf, landab bekannten „Gammelshäuser Almabtrieb“ schien der kleine Ort am Fuße der Alb immer schier aus allen Nähten zu platzen. Das im Jahre 2000 aus einer Wette heraus geborene „kleine Event“ des Musikzuges Gammelshausen entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Riesenspektakel, das schließlich über 3000 Besucher anlockte.

Im Jahr 2015 gab der Musikzug der Gemeinde bekannt, dass er die Organisation und die Verköstigung der Besucher nicht mehr bewältigen könne. Die Verwaltung prüfte, ob unter der Schirmherrschaft der Gemeinde und mit der Unterstützung aller anderen örtlichen Vereine der „Almabtrieb“ am Leben erhalten werden könnte. Zunächst sah es nicht danach aus. Zwar waren sich alle darin einig, dass es schade sei, aber man war sich sicher, dass nicht genügend Arbeitsdienste mobilisiert werden könnten. Doch Bürgermeister Daniel Kohl ließ nicht locker. Die Verwaltung erarbeitete ein Konzept mit dem die Gemeinde, die Landwirte und die Vereine gut leben können.

In der jüngsten Gemeinderatsitzung stellte Kohl das Konzept, samt Finanzierungsplan vor und bat den Gemeinderat zu beschließen, dass die Gemeinde Gammelshausen beim Almabtrieb 2017 als Veranstalterin agiert und einer gedeckelten Abmangelbeteiligung zuzustimmen. Der Beschluss erging einstimmig. Die Gestaltung des Umzuges mit rund 120 Tieren, für den bereits alle Landwirte zugesagt haben, übernimmt wie seither der Musikzug. Den Aufbau des Festzeltes schultern Bauhof und Vereine. Für das Speisenangebot wird ein externer Caterer sorgen, die örtlichen Vereine und Gruppen sind nur noch für Getränke sowie Kaffee und Kuchen zuständig. Dadurch mindert sich für die Vereine das finanzielle Risiko und der Arbeitseinsatz wird überschaubarer.

Die Landwirte waren sehr erfreut, dass auch am Programm ein bisschen gefeilt wurde und die Landwirtschaft nun mehr im Fokus stehen soll. Einige der mitwirkenden „Hauptakteure“ sollen nach dem Umzug nicht in ihrem Stall verschwinden, sondern auf der Weide in der Lotenbergstraße begutachtet werden können. Angedacht sind auch eine Fahrzeug- und Landmaschinenausstellung sowie ein Vortragspodium zu einem Thema der Landwirtschaft.

Bürgermeister Kohl erntete von seinen Räten viel Lob für sein Engagement in Sachen „Almabtrieb“ und dafür, dass die einstige Vereinsidee nun von der Gemeinde übernommen wird. Der Almabtrieb sei etwas, das Gammelshausen positiv ins Gespräch bringe und der Dorfgemeinschaft zuträglich sei. Dr. Christoph Grünwald regte an, nicht nur die Vereine sondern auch die Bürgerschaft mit ins Boot zu nehmen.