Projekt Landschaftspark Schloss Filseck wird später fertig

Die Fertigstellung des Landschaftsparks Schloss Filseck in Uhingen verzögert sich bis zum Frühjahr 2017.
Die Fertigstellung des Landschaftsparks Schloss Filseck in Uhingen verzögert sich bis zum Frühjahr 2017. © Foto: STAUFENPRESS
Uhingen / MICHAEL SCHORN 19.04.2016
Eigentlich sollte der Landschaftspark Schloss Filseck im Frühherbst eröffnet werden. Doch die Fertigstellung des etwa 7,3 Millionen teuren Projekts verzögert sich voraussichtlich bis zum Frühjahr 2017.

Lange wurde geplant und es wurde auch viel diskutiert – doch seit etwa zwei Jahren wird das Projekt Landschaftspark Schloss Filseck in die Tat umgesetzt. Vieles ist auch schon fertig, wie der neugestaltete Schlossgarten, der neugepflasterte Innenhof des Schlosses, neue Parkplätze und ein neues Wirtschaftsgebäude. Und auch im Inneren des historischen Gebäudes wurde schon viel verändert. Insgesamt rund 7,3 Millionen Euro hat die Stiftung Schloss Filseck der Kreissparkasse in die Hand genommen, um in das hoch über dem Filstal gelegene Schloss und dessen Umfeld zu investieren. Das Ziel des Landschaftspark-Projekts: Das Schloss und dessen Umgebung weiterzuentwickeln und es im Bewusstsein der Bevölkerung in der Region noch stärker zu verankern. „Wir liegen im Budget“, erklärt Thomas Wolf, Geschäftsführer der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse und gleichzeitig stellvertretendes Vorstandsmitglied des Göppinger Geldinstituts.

Allerdings war eigentlich geplant, dass die Arbeiten am Landschaftspark-Projekt in diesem Frühherbst abgeschlossen sein sollten. „Das verzögert sich nun bis zum Frühjahr 2017“, berichtet Wolf. Als Gründe dafür nennt der Geschäftsführer zum Einen Verzögerungen bei den Baugenehmigungen an dem historischen Gebäude im Zusammenhang mit dem Brand- und Denkmalschutz. Auch die Umsetzung des zum Landschaftspark-Konzept gehörenden etwa neun Kilometer langen Rundwanderweges, der über weitgehend schon bestehende Wegetrassen vom Schloss Richtung Charlottensee, Sparwiesen nach Faurndau und zurück zum Schloss führen soll, dauert länger, als ursprünglich geplant. Da hätten zum Beispiel noch die Gemeinderäte der an dem Rundwanderweg beteiligten Kommunen Uhingen und Göppingen mitzuentscheiden, erklärt Stiftungsgeschäftsführer Thomas Wolf.

Entlang des Rundwanderwegs sollen sogenannte „besonderen Orte“, wie Sitzplätze an Aussichtspunkten, ein Holzsteg, der durch einen jungen Birken- und Erlenwald führt, oder Aufenthaltsplätze an Bächen entstehen. Positiv sei, dass der Verband Region Stuttgart dies mit 200 000 Euro bezuschusse, hebt Wolf hervor. Auch die Landwirte entlang des Wanderwegs, bei denen die Pläne für den Landschaftspark zunächst auf wenig Gegenliebe stießen, seien mittlerweile mit ins Boot geholt worden und würden sich nun mit einbringen, erzählt der Geschäftsführer.

Überhaupt sei der Schlüssel für den Erfolg des Projekts die Kommunikation mit den verschiedenen Interessengruppen gewesen. „Im vergangenen Jahr gab es vier Workshops für die Mitglieder der auf Schloss Filseck aktiven Vereine, dem Förderkreis und Musik auf Schloss Filseck, sowie interessierten Bürgern zu verschiedenen Themenbereichen, die im März und April fortgesetzt wurden“, erklärt Wolf. So seien Führungen geplant worden und auch ein historischer Schlossführer soll herausgebracht werden. „Ohne ehrenamtliches Engagement wird der Landschaftspark nicht funktionieren“, ist er überzeugt. Auch das auf Schloss Filseck beheimatete Kreisarchiv und die Kreisarchäologie seien eng mit in die Planungen eingebunden.

Derzeit ist das neue Infozentrum unweit des Haupttores des Schlosses noch im Bau. „Dort wollen wir die Geschichte von Schloss Filseck erlebbar machen“, sagt Wolf. Neben dem Restaurant soll ab Mitte Juni die Schlossschänke ihre Pforten öffnen. Diese werde auch vom Restaurant-Pächter Milos Vujicic betrieben. „Dort gibt es dann einen Biergarten, Kaffee und Kuchen und einfachere Speisen“, sagt Wolf. Das Dachgeschoss des Schlosses sei mittlerweile freigeräumt, der Ausstellungsbereich in den ersten Stock umgezogen. Im Dachgeschoss soll bald ein größerer Veranstaltungsraum für bis zu 200 Personen entstehen.

Auch die Beschilderung zum Schloss soll noch optimiert werden. „Es soll zum Beispiel an der B 10 ein Hinweisschild auf den Landschaftspark geben, vielleicht sogar an der A 8“, sagt der Geschäftsführer der Schloss-Filseck-Stiftung.

Münch-Gedenkstein wird am 11. September eingeweiht

Gedenkstein: Nach einem mittlerweile beigelegten Denkmal-Streit zwischen der Stadt Göppingen und der Schloss-Filseck-Stiftung kehrt der Gedenkstein für August Freyherr von Münch von Göppingen zurück auf Schloss Filseck. Nach dem Schlossbrand im Jahr 1971 wurde der Stein nach Göppingen gekarrt, um ihn zu sichern. Jetzt wird das Denkmal im Schlossgarten aufgestellt, am 11. September wird der Münch-Gedenkstein dort offiziell eingeweiht. Denn an diesem Datum ist auch der „Tag des offenen Denkmals“. Auf Schloss Filseck wird dann ein kulturelles Programm geboten und der Förderkreis-Verein feiert sein 30-jähriges Bestehen.

Geschichte: Schloss Filseck ist 1597/98 von Burkhardt von Berlichingen – einem Verwandten von Gottfried „Götz“ von Berlichingen – erbaut worden. Zuvor stand dort eine mittelalterliche Burganlage, die in der Stauferzeit um 1200 errichtet wurde. Als Burgherr wurde in Quellen ein Ernst von Filseck genannt. 2008 übernahm die Stiftung Schloss Filseck der Kreissparkasse das Schloss vom Landkreis Göppingen.

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