Ungewohntes Bild im Göppinger Stauferpark: Seit dem Wochenende haben sich dort Handwerker aus Frankreich mit etwa 14 Wohnwagen niedergelassen – auf einer Wiese, die der Firma Kleemann gehört.  „Wir waren schon etwas überrascht, als wir am Montag in den Betrieb kamen, und das Camp sahen“, sagte Gerhard Schumacher, Generalbevollmächtigter des Unternehmens der NWZ.

Stadt stellt Parkplatz zur Verfügung

Jedoch sei nach telefonischem Kontakt mit den Landfahrern ausgemacht worden, dass diese bis Donnerstagabend dort bleiben dürfen. Die Stadt hatte der Gruppe zuvor einen Parkplatz im Stauferpark zur Verfügung gestellt. Der stellvertretende Rathaus-Sprecher Dejan Birk-Mrkaja betonte, die Stadt sei zur Bereitstellung einer solchen Fläche gesetzlich verpflichtet. Der EU-Binnenmarkt bietet Handwerkern die Möglichkeit, sich in Europa frei zu bewegen und ihre Dienstleistungen anzubieten.

Landfahrer wollen drei Wochen bleiben

Laut Aussage der Landfahrer war der Parkplatz allerdings noch wegen des Stauferspektakels belegt. Nach Angaben der Stadt hat die Gruppe die Fläche abgelehnt, da ein Säugling dabei sei, für den der Asphalt aufgrund der Wärmeentwicklung ungünstig sei. Gestern Abend wollten die Handwerker dann doch auf den Parkplatz umziehen. Die Stadt berechnet dort eine einmalige Müllgebühr von  20 Euro pro Gespann.

Die Landfahrer  wollen drei Wochen bleiben, die Stadt hat zunächst nur eine genehmigt. „Wir werfen Flyer in Briefkästen, die Leute kontaktieren uns dann“, erzählt einer der Handwerker. Sie führten die Arbeiten durch und verlangten dafür einen garantierten Pauschalpreis. An Haustüren klingelten sie  – entgegen der allgemeinen Vorstellung  – nicht.

Regional sei erste Wahl

Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid sieht die fahrenden Handwerker nicht als Konkurrenz an: „Ich persönlich kenne ihre Qualität nicht, aber ich würde mich vorher über deren Leistungen informieren.“ Schmid setzt auf die Devise: Regional ist erste Wahl. Landfahrer seien schnell hier und auch wieder weg. „Wer kümmert sich in einem Schadensfall dann um die Gewährleistung?“