Bad Boll/Gammelshausen Lärmaktionsplan für Voralbgemeinden

JÜRGEN SCHÄFER 06.10.2015
Bad Boll und Gammelshausen beauftragen dasselbe Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Lärmaktionsplans. So wird es für beide günstiger.

Der Gammelshäuser Bürgermeister Daniel Kohl sieht in einem Lärmaktionsplan die Chance, Verbesserungen in der Ortsdurchfahrt zu erreichen. Eine streckenweise Temporeduzierung ist sein Ziel, das gebe es im Kreis Esslingen in jedem zweiten Ort. Die Lärmrichtlinie der EU betreffe 70 bis 80 Anlieger "von unten bis oben, vielleicht auch mehr". Aus Richtung Heiningen bis zum Kreisel müssen sie den Lärm von täglich 11.600 Fahrzeuge aushalten, aufwärts bis zur Steige sind es zwischen 6700 und 5000 - so lauten die Zahlen der Verkehrserhebung vom letzten Jahr. Hans Hohlbauch begrüßt einen Lärmaktionsplan als Gemeinderat und Anlieger, und weiß: "Das sehen alle im Ortsteil Süd so. Lärm und Verkehr nehmen ständig zu." Der Schultes ergänzt: "Nachts ist der Lärm extrem hoch."

Walter Krummrein ärgerte sich, dass die Gemeinde bis zu 8000 Euro ausgeben müsse "für die wissenschaftliche Bestätigung, dass wir Lärmbelastung haben". Als Einzel-Beauftragung wären es 10.000 bis 15.000 Euro gewesen. Im ersten Schritt fallen 5000 an. Kohl rechnet mit Ergebnisse im Februar/März.

Bad Boll lässt zwei Strecken untersuchen: Einmal die Landesstraße, die durch Sehningen führt und mit 13.500 Fahrzeugen pro Tag zwingend zu untersuchen ist, zum anderen die Achse Dürnauer Straße/Badstraße, die mit 7400 Fahrzeugen unterhalb der Schwelle von 8200 Fahrzeugen liegt, die zu einem Lärmaktionsplan verpflichtet. "Das gibt uns Argumentationshilfe", sagt Bürgermeister Hans-Rudi Bührle. "Richtig und wichtig" findet es Dorothee Kraus-Prause, die Badstraße einzubeziehen. Dort hat die Gemeinde schon vergeblich Tempo 30 beantragt. Erreicht hat sie es vor einiger Zeit für den Abschnitt Ortsmitte, im Umfeld zweier Zebrastreifen. Rainer Staib bezweifelte, ob Tempo 30 der Weisheit letzter Schluss sei. Dr. Henning Schindewolf ist dagegen das Verkehrsgeschehen am Auslauf der Tempo-30 Strecke ein Dorn im Auge: "Ich rege ganz herzhaft an, dort zu messen."

Die Vorschläge der Ingenieure, die den Lärm für jedes Haus ermitteln, können von Schallschutzfenstern über Fahrbahnbeläge bis zu Tempo-Reduzierung und Lärmschutzwällen reichen. Bad Boll investiert im ersten Schritt 6000 Euro, im zweiten wären es weitere 3500.