Am 27 Kunst am Albtrauf mit Bürgerengagement

Manfred Maier und seine Skulptur „Offene Runde“.
Manfred Maier und seine Skulptur „Offene Runde“. © Foto: Inge Czemmel
Am 27 / Inge Czemmel 05.10.2018
Dass Dürnau mit der Silbermedaille „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet wurde, ist auch Manfred Maier zu verdanken.

Oktober bekommt die Gemeinde Dürnau im Forum am Ludwigsburger Schlosspark eine der fünf Silbermedaillen des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ überreicht. Die gibt es für außergewöhnliches Engagement bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen dörflichen Heimat. Bei dem Wettbewerb geht es darum, dass Bürger gemeinsam mit der Verwaltung Konzepte für eine lebenswerte Zukunft ihres Dorfes entwickeln und sich ganz konkret in die Gestaltung ihres Lebensumfeldes einbringen.

Manfred Maier, der in Dürnau auch dem Gemeinderat angehört, tut dies in ganz besonderem Maße. Er hat nicht nur kreative Ideen für einen Skulpturenpfad hoch über Dürnau entwickelt, sondern einige davon innerhalb eines halben Jahres auch mit viel Tatkraft und handwerklichem Geschick umgesetzt. Wanderer, Spaziergänger und Radler, die es vorbei am Schützenhaus, auf gewundenen Wegen bis zum Viehhaus geschafft haben, werden nicht nur mit einer wunderbaren Aussicht belohnt, sondern auch mit sehenswerten Kunstwerken. So kann der Blick auf die drei Kaiserberge durch einen mächtigen Torbogen genossen werden, der sich auch für Fotomotive bestens eignet.

„Der Bogen war eine technische Herausforderung“, gesteht Manfred Maier, der dafür 150 Akazienscheiben durchbohrte und „auffädelte“. „Wenn die Gemeinde die Plattform vor dem Bogen befestigen lässt, könnten hier zum Beispiel auch Trauungen im Freien stattfinden“, blickt Maier in die Zukunft. In unmittelbarer Nähe finden sich weitere Skulpturen.

„Glorreich“ nennt Maier sein Werk, das aussieht wie ein Ypsilon und eine Kugel zwischen den Schenkeln trägt. „Das Y ist aus einer Esche, die Kugel aus einer Rubinie“, erklärt Maier. „Manche Betrachter entdecken in der Kugel einen Kopf.“ Einige Schritte weiter befindet sich die „Offene Runde“. Im Zentrum ein Findling, um den rundum Tannen- und Birkenstämme gesteckt wurden. Mit Abstand, denn der Kreis soll sich nicht schließen, sondern offen bleiben.

Ein Stück weiter oben am Hang findet sich ein weiteres Werk namens „Volle Spannung“, ein 6,3 Tonnen schwerer Stein, umschlossen von 75 Meter gespanntem Seil. Das Seil stammt von einer Seilerin aus Ottenbach, der Stein aus der Fils bei Salach“, berichtet Maier. „Der Transport des Steins war ein Abenteuer, und ohne die Firma Moll hätten wird das nicht geschafft.“ Immer wieder betont Maier, dass die Ausführung stets in Zusammenarbeit mit dem Bauhof Dürnau und Rainer Mürder erfolgte und allein niemals möglich gewesen wäre. Auch gibt es eine Baumscheiben-Stele, eine Insektenhotel-Stele, eine namenlose Steinstele, die Eidechsen ein Zuhause bieten soll.

Baumelbank mit Aussicht

Am Wegesrand finden sich weitere Werke, die neben der Optik auch einen praktischen Nutzen haben. Wie zum Beispiel die Baumelbank. Hier kann man Füße und Seele baumeln lassen und auf die Gemeinde Dürnau herunterblicken, die sich von Westen bis Osten vor den baumelnden Beinen erstreckt. Eine Schaukelbank gibt es übrigens auch. Sie wurde von der Gemeinde installiert.

Wenn es nach Manfred Maier geht, soll der Skulpturenpfad bis hinunter zum Feuersee wachsen und am Ende einen Rundkurs von 3,2 Kilometern ergeben. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass am Wegesrand auch Werke von anderen Künstlern dauerhaft oder leihweise Platz finden“, erläutert Maier, wie es weiter gehen könnte. Natürlich hat er selbst auch noch einiges vor. Für den Feuersee und das Plätzchen drumherum hat er schon den Kopf voller Ideen. Eine Sitzgelegenheit zum Picknicken, die von Gemeinderat Herbert Rees gespendet wurde, ist vor kurzem vom Bauhof installiert worden. Der Spielplatz soll aufgepeppt werden, und ein Trainingszirkel für Erwachsene ist im Werden.

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