Initiative Künstlerische Kritik an Vermüllung

Der Gammelshäuser Künstler Jochen Riehle hat nun den „Skulpturenweg am Bach“ durch ein kritisches Projekt ergänzt. Sein Thema: Müll in der Natur.
Der Gammelshäuser Künstler Jochen Riehle hat nun den „Skulpturenweg am Bach“ durch ein kritisches Projekt ergänzt. Sein Thema: Müll in der Natur. © Foto: Inge Czemmel
Inge Czemmel 29.08.2018

In Gammelshausen hat der örtliche Künstler Jochen Riehle den „Skulpturenweg am Bach“ weiter ergänzt. Riehle, dessen Skulpturen sich allesamt mit hochaktuellen Themen beschäftigen, hat sich diesmal der leider landauf, landab festzustellenden allgemeinen Umweltverschmutzung angenommen.

Er hat den „Blauen Planet“, auf dem wir leben, in neuer veränderter Form dargestellt und zu einem Ensemble ergänzt. Hinzu gekommen ist ein rostiges Exemplar des Planeten, das deutlich machen soll, wie die Erde enden wird, wenn sich das Bewusstsein des Einzelnen nicht verändert.

Idee aus Schweden mitgebracht

In einem durchsichtigen Plexiglaswürfel werden zudem Hinterlassenschaften, die sich in der Natur so finden gezeigt.

Eine Info-Tafel erläutert, wie viel Zeit diese Müllhinterlassenschaften benötigen, bis sie sich, wenn dies überhaupt möglich ist, vollständig aufgelöst haben. Der Gemeinde gelang es, das Entsorgungsunternehmen ETG/DU aus Holzheim als Partner für das Projekt zu gewinnen.

Jochen Riehle dem es immer wichtig war, darauf hinzuweisen,  wie schützenswert die Erde ist, hofft, mit dem Projekt Erwachsenen wie Kindern auf die Problematik aufmerksam zu machen, wie lange achtlos Weggeworfenes braucht, um zu verrotten. Auf die Idee kam er bei einer Reise zum Nordkap, wo Künstler und Journalisten an einem Strand oberhalb Göteborgs mit einer Aktion auf eben jene Problematik hinwiesen. „Mich faszinierte ein Plakat, auf dem inmitten einer schönen Landschaft eine tote Möwe lag, deren Mageninhalt zu sehen war“, erzählt Riehle. „Seitlich war die Verrottungsdauer des Mülls abgedruckt.“ Die feierliche Einweihung des ergänzten Skulpturenpfads – von Jochen Riehle auch „Lebensweg“ genannt – findet am kommenden Samstag, 1. September, um 14 Uhr am Beginn des Weges in der Verlängerung der Kirchstraße statt.

Eine Stunde später startet dann in der Hofstraße der traditionelle Gammelshäuser Backhaushock, den die Landfrauen sowie der Kegelverein Gammelshausen veranstalten. Dieser gemeinsame Termin wurde bereits im Jahr 2015 gewählt, als der 177 Meter lange Pfad am westlichen Ortsrand von Gammelshausen erstmals eingeweiht wurde.

Plakat verdeutlicht Müllproblem

Müll in der Natur sehe nicht nur hässlich aus, sondern belaste die Umwelt, ist auf einem Plakat der Gemeinde an der Ergänzung des Gammelshäuser Skulpturenwegs zu lesen.

Achtlos weggeworfene Gegenstände hielten sich viele Jahre in der Natur, wird auf dem Plakat erklärt. „Darunter leiden Menschen, Tiere und Pflanzen.“.Eindrückliche Beispiele machen das klar.

Die Zersetzung dauert bei einer Glasflasche eine Million, bei einer Plastikflasche bis zu 1000, bei einer Babywindel 450 und bei einer Blechdose bis zu 200 Jahre. Styropor und Chipstüte brauchen 80 Jahre für den Prozess, ein Kaffeebecher 50, Kaugummi und Zigarettenkippe jeweils fünf, Orangen- und Bananenschale drei Jahre, ein Papiertaschentuch 6 bis 8 Monate.

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