Gruibingen Krippe im Schulhaus

Blick auf Kindergarten (links) und Schule in Gruibingen: Die zweite Krippengruppe, die im Januar eröffnet werden soll, wird im Schulhaus untergebracht. Zwölf Plätze sind anvisiert.
Blick auf Kindergarten (links) und Schule in Gruibingen: Die zweite Krippengruppe, die im Januar eröffnet werden soll, wird im Schulhaus untergebracht. Zwölf Plätze sind anvisiert. © Foto: Staufenpress
JÜRGEN SCHÄFER 16.07.2015
Gruibingen kommt günstig zu einer zweiten Kinderkrippe: Sie soll in der Schule eingerichtet werden. Eine teure Kindergarten-Erweiterung erübrigt sich.

Weit daneben lag Gruibingens Bürgermeister Roland Schweikert mit der Schätzung, ein Krippen-Anbau am Kindergarten sei für 150 0000 Euro möglich. Tatsächlich wären es 510 000 Euro, und das wäre noch günstig, hat Schweikert vom Regierungspräsidium gehört. Zu diesen Kosten stellte Architekt Jürgen Autenrieth dem Gemeinderat einen Neubau mit Zeltdach vor, der nur an einer Seite an den Kindergarten angedockt wäre und mit der jetzigen Krippe verzahnt würde. So ergäben sich Synergien, außerdem ließe sich der Neubau später auch separat nutzen, als Seniorentreff oder Arztpraxis. Autenrieth hat auch einen klassischen Anbau ausgearbeitet, der aber kaum billiger wäre und Nachteile hätte: Er würde nahe an den Weg zur Schule heranrücken und böte keine Optionen für die Zukunft.

Der Gemeinderat sah andere Gesichtspunkte. So schön der Neubau sei - "wirklich schick", lobte etwa Tobias Esslinger - aber Verfügbarkeit und Kosten sprächen dagegen. Man brauche die Kinderkrippe zwingend Anfang 2016, bis dahin stünde das Gebäude nicht. Nötig würde eine Übergangslösung mit Containern, die mindestens 40 000 Euro kostet. Hinzu kam die Unsicherheit mit den Zuschüssen. Nur 120 000 vom Bund gelten als sicher, 210 000 vom Ausgleichsstock als ungewiss. Im besten Fall wäre Gruibingen mit 180 000 Euro weggekommen - plus Container.

So entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die schnelle, günstige und kalkulierbare Option, die Krippe im benachbarten Schulhaus einzurichten. Dort ist auch mehr Platz. Auf Anregung von Hans Straub werden zwölf statt zehn Krippenplätze eingerichtet. Als Interimslösung wäre das für 110 000 Euro zu machen, erläuterte Autenrieth, wobei 90 000 Euro Zuschüsse flössen. Für eine dauerhafte Krippe, die der Gemeinderat will, soll noch Diverses dazu kommen. Ein Vordach, ein barrierefreier Weg und eine neue Beleuchtung sind im Gespräch, ebenso ein Besprechungsraum im Foyer des Kindergartens, den Autenrieth vorschlug. Der Schultes rechnet mit weiteren 30 000 Euro. Aber dann habe man eine qualitative Lösung wie im Kindergarten.