Kreis Göppingen Kreishaushalt: Überschuss von 20 Millionen Euro

Kreis Göppingen / DANIEL GRUPP 14.07.2015
Der Landkreis hat 2013 das erste doppisches Haushaltsjahr abgeschlossen. Die Finanzlage ist um 20 Millionen Euro besser, als angenommen.

Sein erstes Haushaltsjahr, dass nach dem betriebswirtschaftlichen Prinzip der Doppik aufgestellt wurde, hat der Landkreis Göppingen jetzt abgerechnet. Die Abweichungen gegenüber den Ansätzen sind relativ stark. Der Kreis steht viel besser da, als geplant war. "Der Überschuss von 20 Millionen Euro ist auffällig hoch", stellte Landrat Edgar Wolff am vorigen Freitag im Verwaltungsausschuss fest. Das werde sich so nicht fortsetzen.

Das Gremium befasste sich mit dem Rechnungsergebnis 2013. Das ist der erste Haushaltsabschluss des Kreises, der nach dem doppischen System aufgestellt wurde. Die zahlreichen Abweichungen seien auch durch die Umstellung zu erklären, erläuterten Kreiskämmerer Günter Stolz und der Leiter des Amtes für Finanzen und Beteiligungen, Jochen Haas. Bei der Planung sei noch nicht klar gewesen, wie die kameralen Ansätze in der Doppik darzustellen sind, schreibt die Kämmerei. Stolz sprach vom Übergangsjahr. Haas: "Es war ein Lernprozess."

Eröffnungsbilanz steht bei 225 Millionen Euro

Der Ausschuss bekam gleichzeitig die Eröffnungsbilanz des Landkreises und den Jahresabschluss vorgelegt. Die Startbilanz zeigt, "wie es um die Vermögenssituation des Landkreises steht", stellte der Landrat fest. "Wir stehen als Unternehmen gut da." Die Eröffnungsbilanz steht bei 225 Millionen Euro. Allerdings gab es im Startjahr 2013 Sonderfälle, so dass die tatsächliche Bilanz bei 180 Millionen Euro liegt. Für das Eigenkapital wurde ein Wert von 74 Millionen Euro ermittelt. Auf dieser Bilanz beruhen die künftigen Jahresabschlüsse.

Im Jahr 2013 hatte der Kreis geplant, fast zwölf Millionen Euro an Krediten aufzunehmen. Tatsächlich wurden 11,7 Millionen Euro Schulden getilgt. Das sind knapp sechs Millionen Euro mehr als geplant war. Die überplanmäßige Tilgung entlastet den Etat im Jahr um rund 450.000 Euro, berichtete Haas.

Ein Grund für den hohen Überschuss ist, dass sich der Kreis mehr vorgenommen hatte, als umzusetzen war. So waren Investitionen in Höhe von 13,1 Millionen Euro vorgesehen, tatsächlich wurden 2013 nur 6,3 Millionen Euro investiert. Allein die Alb-Fils-Kliniken hätten 4,4 Millionen Euro weniger Investitionshilfen abgerufen, als angemeldet worden waren, berichtete Haas. Einen Überschuss von zehn Prozent des Gesamtvolumens sei normal, meinte er auf Nachfrage. Die einzelnen Ämter hätten Mittel in diesen Größenordnungen angemeldet.

Matthias Wittlinger (CDU) würdigte den Kämmerer, dem es gelinge, trotz guter Lage das Bild zu malen, noch mehr sparen zu müssen. "Wir haben Aufgaben vor uns. Wir schaffen uns Liquidität für künftige Investitionen", sagte er. "Ein unverschämt guter Rechnungsabschluss, müsste man sagen", meinte Werner Stöckle (Freie Wähler). So würden Rücklagen für künftige Aufgaben gebildet. Er hinterfragte, ob es richtig ist, so viele Vorhaben in den Etat reinzupacken, wenn klar ist, dass man es nicht schaffen kann.

Susanne Widmaier (SPD) sprach von einem sehr guten Abschluss. Sie wunderte sich, dass dann noch über die Kreisumlage diskutiert wird. Der 20-Millionen-Überschuss entspricht etwa sechs Punkten der Kreisumlage, bestätigte Haas. Barbara Schrade (Grüne) meinte: "Wir sind gut mit dem Geld umgegangen." Allerdings müsse der Kreis die verschobenen Maßnahmen dann später finanzieren.

"Wir wollen nicht immer so stark abweichen. Wir werden an der Planungssicherheit arbeiten", kündigte Landrat Wolff an.

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