Zell Baugebiet soll mit Kreisel erschlossen werden

Blick von der Göppinger Straße auf das geplante Zeller Baugebiet: Ein Kreisel würde die Siedlung anbinden und den Verkehr bremsen. 
Blick von der Göppinger Straße auf das geplante Zeller Baugebiet: Ein Kreisel würde die Siedlung anbinden und den Verkehr bremsen.  © Foto: Jürgen Schäfer
Zell / Jürgen Schäfer 06.11.2018
Zell geht das Baugebiet für 200 Einwohner am Ortseingang an der Göppinger Straße an. Der Flächenverbrauch ist trotz verdichteter Bauweise umstritten.

Bei zwei Gegenstimmen vom Bürgerforum hat der Zeller Gemeinderat den Bebauungsplan Rohrwiesenäcker auf den Weg gebracht. Er soll etwa 90 Wohnungen für knapp 200 Menschen bringen. Zell will dazu den Paragrafen 13 b des Baugesetzbuchs nutzen, mit dem der Bund rasch Bauland für den großen Bedarf mobilisieren will. „Ein Freibrief ist der Paragraf aber nicht“, stellte Planer Manfred Mezger im Gemeinderat fest. „Der Bedarf ist zu begründen.“ Das sieht Bürgermeister Werner Link für gegeben. Er habe 17 Vormerkungen für Bauplätze, davon 15 aus Zell. Sodann sei die Zeller Infrastruktur auf 3500 Einwohner ausgelegt. Die Gemeinde hatte zum Jahresanfang 3138 Einwohner, mit dem neuen Baugebiet würden es 3300.

Neu ist der Vorschlag, das Baugebiet mit einem Kreisverkehr an die Göppinger Straße anzubinden. Es wäre die Haupterschließung. Eine zweite Zufahrt weiter unten am Hang wäre nur eine Notverbindung. Sie wäre wegen der Einmündungssituation problematisch, erklärte Bürgermeister Werner Link. Er nannte einen Kreisel „gut und vernünftig“. Der Verkehr ortseinwärts würde leicht gebremst. Aus dem Gemeinderat kam kein Widerspruch. Horst Bäuerle (CDU) begrüßte die Idee: „Das passt wunderbar hin.“

Umstritten blieb das Baugebiet wegen des Flächenverbrauchs. Für Hans-Ulrich Lay (Bürgerforum) widerspricht es dem Gebot des sparsamen Umgangs mit Bauland. Das habe erst jetzt wieder Landwirtschaftsminister Peter Hauk gefordert. Man müsse aufpassen, dass man der Landwirtschaft nicht die Flächen wegnehme. Der Paragraf 13 b, so Lay, sei das genaue Gegenteil. Sein Fraktionskollege Eberhard Binder kritisierte diesen Paragrafen als absolut konträr zum Ziel des Verbands Raum Bad Boll, eine Nachhaltigkeitsregion zu werden.

Direkt überbaut würden 0,9 Hektar in dem 3,4 Hektar großen Baugebiet am Südrand von Zell, wo schon westlich der Göppinger Straße Häuser bis nahe der Landesstraße stehen. Gegenüber soll die Bebauung aufschließen und sich in den Rückraum ziehen. Dort sollen Einzel- und Doppelhäuser kommen, es könnten auch Hausgruppen werden, so Planer Metzger. Beispiel: Ein Dreier-Reihenhaus auf zwei Bauplätzen.  Zur Straße hin sollen Mehrfamilienhäuser kommen, ein Wohnen auf drei Ebenen. Annemarie Haußer-Ulbricht (Bürgerforum) wünscht sich dort andere Wohnformen: Generationenhäuser, als großflächiges Angebot für Familien und Ältere. In großen Gemeinden gebe es schon ein gutes Echo. Ob sich dafür Bauträger finden, bleibe abzuwarten, sagt der Schultes. „Flächenmäßig ist es drin.“

  Mezger bilanziert: Man komme auf 64 Einwohner pro Hektar, das sei ordentlich über der geforderten Bruttowohndichte.  Kurt Ulmer (CDU) sieht damit dem Gebot der Verdichtung Rechnung getragen. Das hält er der Kritik am neuen Baugebiet entgegen. Er sieht das auch anderswo. „In jeder Ortschaft wird schon verdichtet gebaut.“ Lay fragt dagegen: „Wo ist die Grenze des Wachstums?“ Zell sei eine attraktive Gemeinde.  Planer Mezger weiß darauf keine Antwort. Man kenne den Bedarf in zehn Jahren nicht. Die Gemeinde dürfe jedenfalls nicht das Baugebiet Siebenbett parallel zu den Rohrwiesenäcker anpacken, das würde dem Paragrafen 13 b widersprechen.

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