Medizin Kliniken haben immer weniger Betten

Die Helfenstein-Klinik in Geislingen.
Die Helfenstein-Klinik in Geislingen. © Foto: Sabrina Balzer
Kreis Göppingen / SWP 25.08.2017
Die Zahl der Krankenhausbetten schrumpft bundesweit – und auch im Kreis Göppingen.

Der Kostendruck lastet schwer auf der Kliniklandschaft. Effektivere medizinische Behandlungsmethoden senken die Verweildauer von Patienten, und die Bettenzahl schrumpft deutschlandweit. Seit Mitte der 1990er Jahre verringerte sich die Zahl um mittlerweile 109.800 Betten (minus 18 Prozent) – das zeigt ein Blick in die Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes. 369 Krankenhäuser wurden bundesweit geschlossen (minus 16 Prozent). Im Kreis Göppingen fällt der Vergleich folgendermaßen aus: Mitte der 1990er Jahre gab es vier Krankenhäuser mit 1577 Betten. Heute sind es in drei Kliniken 1288 Betten (Stand 31. Dezember 2015).

 Im Zuge von Zentralisierungsmaßnahmen und Neuorientierungen blieben in den vergangenen Jahren etliche kleinere Häuser auf der Strecke. Die jüngste Reform, die zum Januar 2016 in Kraft trat, hat die nachhaltige Sicherung der Qualitätsniveaus der medizinischen Versorgung im Blick. Dafür wurde die sogenannte qualitätsorientierte Vergütung eingeführt, sprich Krankenhäuser sollen für außerordentlich gute Qualität finanzielle Zuschläge erhalten, während unzureichende Leistungen Abschläge bedeuten. Etwas, das die Krankenkassen schon seit Langem forderten. Auch Doppeluntersuchungen, Mehrfachoperationen und Wiedereinweisungen sind den Kassen ein Dorn im Auge. Kritiker der Reform hingegen fürchten, dass sie allein den Kostendruck auf die Kliniken weiter erhöhe.

 Der größte Anteil an Betten wird von der Inneren Medizin beansprucht (151.072 Betten), gefolgt vom operativen Bereich, also allen chirurgischen Fachabteilungen zusammen (119.493). An dritter Stelle folgen die Fachabteilungen Psychiatrie und Psychotherapie (72.037).