Bilanz Kooperation bei Inklusion soll fortgesetzt werden

Kreis Göppingen / SWP 13.06.2018

2015 gestartet, laufen die Förderungen zweier Kooperationen in Sachen Inklusion im Landkreis in diesem Sommer aus. Alle Beteiligten trafen sich jüngst im Göppinger Rathaus, um die Ergebnisse vorzustellen. Einigkeit bestand laut einer Pressemitteilung in der Fortführung der entstandenen Zusammenarbeit auch nach Ende der Bezuschussung. „Die Vernetzungsstrukturen können uns nicht mehr genommen werden“, brachte es Erste Bürgermeisterin Almut Cobet auf den Punkt.

Die beiden in Göppingen in der Behindertenbetreuung tätigen Einrichtungen Stiftung Haus Lindenhof und die Lebenshilfe haben mit jeweils verschiedenen Kooperationspartnern Projektideen zum Thema „Inklusive Stadt“ entwickelt, Fördergelder bei der Aktion Mensch beantragt und jeweils bewilligt bekommen und vielfältige inklusive Angebote in den verschiedensten Handlungsfeldern umgesetzt.

Das Inklusionsprojekt im Landkreis Göppingen der Lebenshilfe „Uns behindert nichts – Gelebte Inklusion vernetzen“ wurde von Juli 2015 bis Juni 2018 durch die Aktion Mensch unterstützt und mit seinen vier Bereichen „Wohnen – Arbeit – Freizeit – Bildung“ vom Projektleiter Samuel Kober vorgestellt. Beteiligt waren die Volkshochschule Göppingen, der Kreisjugendrat und der Kreisseniorenrat. Weitere Kooperationspartner wurden gefunden, um beispielsweise gemeinsame Freizeitunternehmungen im Umfeld der Wohnbereiche durchzuführen. Altenhilfe und Behindertenhilfe haben ihre Regelangebote gegenseitig geöffnet und miteinander vernetzt, zum Beispiel bei VHS-Vorträgen in den Wohnanlagen. Kober wünscht sich unter anderem mehr Wohnraum für Menschen mit Behinderung in der Innenstadt, entsprechend barrierefrei gestaltet und mit Einkaufsmöglichkeiten sowie Arztpraxen im Umfeld.

Etwas später gestartet ist das Projekt ‚Gemeinsam eins‘ der Stiftung Haus Lindenhof mit einer Laufzeit vom 1. September 2015 bis 31. August 2018, erläuterte der Projektverantwortliche Uwe Bauer. Beteiligt ist unter anderem der Bereich Wirtschaftsförderung des Landkreises Göppingen, um Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Werkstätten für Menschen mit Behinderung zu akquirieren und inklusive Begegnungsmöglichkeiten im Arbeitsleben zu schaffen. Der Sozialkompass der Caritas als weiterer Projektpartner wurde beispielsweise inklusiv ausgeweitet – mit ihm werden am Ehrenamt interessierte Personen geschult und vermittelt. So sind Menschen mit Behinderung als Mallehrer im Kita-Bereich oder im Carisatt-Laden tätig. Das Ferienangebot „Holy-Days“ wurde ebenfalls inklusiv angeboten.

Drei inklusive Wohngemeinschaften von Menschen mit und ohne Behinderung funktionieren zum Teil seit sieben Jahren; dieses Modell soll ausgebaut werden.

Um Teilhabe zu ermöglichen, müssen Unsicherheiten weiter abgebaut werden, so das Fazit der anschließenden Diskussionsrunde. Je früher mit der Inklusion begonnen wird, desto weniger Mühe bereitet das Thema in späteren Jahren. Auch deshalb, so Almut Cobet, beteiligt sich das städtische Kinderhaus Seefrid an dem Landkreis-Modell „Eine Kita für alle“.

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