Projekt Kontroverse Debatte um Fußweg

Wäschenbeuren / Werner Schmidt 17.04.2018

Ein Fußweg kann kontroverse Diskussionen fördern. In Wäschenbeuren geht es um einen geplanten Fußweg, der mitten durch das Sonne-Areal hindurchführen soll.

Dort entstehen derzeit, wie berichtet, zwei Neubauten. Im hinteren Bereich an der Hetzengasse 4 ein Wohnhaus mit zwölf Wohnungen, davor an der B 297 ein Mischbau mit sechs Wohnungen und Tagespflegeplätzen in Trägerschaft der Vinzenz von Paul eGmbH. Von der Bundesstraße aus gesehen rechts vom Rohbau führt schon jetzt ein Fußweg zur B 297. Beide Gebäude sollen übrigens durch eine gemeinsame Tiefgarage verbunden werden – und oben drüber könnte man ja noch einen Fußweg legen, der zur gut 100 Meter entfernt liegenden Ortsmitte führt, ohne an der stark befahrenen Bundesstraße entlang zu müssen.

Eine Idee, die ursprünglich auf etwa 150 000 Euro veranschlagt war. Nun kam in der Gemeinderatssitzung der Überraschungscoup von Bürgermeister Karl Vesenmaier: „Der Fußweg ist für 70 000 Euro oder darunter zu haben.“ Ungläubige Gesichter der Kommunalpolitiker. Aber der Bürgermeister verteidigt die Zahlen des Investors: „Die sind realistisch.“ Für die Gemeinde wären es dann sogar nur noch Kosten von etwa 35 000 Euro, denn es gebe die Hälfte an Landesförderung.

Andererseits gab es Sicherheitsbedenken. Der geplante Fußweg müsse mit 3,5 Höhenmetern auf einer Strecke von etwa 20 Metern eine Steigung von um die sechs Prozent überwinden, um zwischen den Gebäuden durch zu führen. Ein Geländer müsse sein: „Ich kann nichts zustimmen, was nicht barrierefrei ist“, verkündete Claudia Merkt-Heer (CDU).

Aber auch die Fragen: „Brauchen wir den Weg? Wollen wir den Weg?“ standen im Raum. Dazu das Problem, ob ältere Menschen, die mit vollen Einkaufstaschen vom Edeka kämen, die Steigung überhaupt bewältigen könnten.

„Die Straße hoch zum Rathaus hat ja sogar acht Prozent Steigung“, warf Karl Vesenmaier ein und verwies auf den „Schluchtencharakter“. Zudem hofft der Bürgermeister, der Weg könne die Kommunikation fördern. Er stellt sich vor, die Bewohner der Häuser sitzen auf ihren Balkonen, und es kommt zum Plausch mit den Passanten.

So uneins sich die Kommunalpolitiker in der öffentlichen Sitzung waren, im nichtöffentlichen Teil am späteren Abend glätteten sich die Wogen. Man sei überein gekommen, den Weg zu bauen unter der Bedingung, dass die Baukosten gefördert werden und die 70 000 Euro nicht überschritten, sagte Rathauschef Karl Vesenmaier.

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