Kommentar Ilja Siegemund: Den Gemeindefrieden wahren

Ilja Siegemund plädiert für ein respektvolles Miteinander.
Ilja Siegemund plädiert für ein respektvolles Miteinander. © Foto: Markus Sontheimer
Bad Ditzenbach / Ilja Siegemund 09.05.2018
Die Diskussion um einen Kindergarten-Neubau in Bad Ditzenbach spaltet den Ort, sagt GZ-Redakteur Ilja Siegemund. Wichtig sind konstruktive Ideen.

Die Kindergarten-Diskussion darf nicht dazu führen, dass ein Riss durch Bad Ditzenbach geht – das betonen Gemeinderäte, Bürgermeister und Kritiker des Neubaus unisono. Doch dafür scheint es schon zu spät zu sein.

Aus Gosbach kommen Vorhaltungen, seit wie vielen Jahren schon eine neue Turnhalle versprochen wird und dass Herbert Juhns Vorgänger längst für entsprechende Pläne gesorgt habe, die nun in der Schublade vergammelten. Der Frust ist nachvollziehbar. Allerdings ist die Kinderbetreuung eine Pflichtaufgabe, die die Gemeinde erfüllen muss – der Neubau einer Turnhalle nicht. Ein Blick auf die Fischbachhalle in Reichenbach im Täle muss erlaubt sein: Dort finanzieren die Mitglieder der Sportvereinigung den Anbau und die Sanierung weitgehend selbst, auch durch die Organisation unterschiedlicher Veranstaltungen. Wäre das nicht auch in Bad Ditzenbach durch den neu gegründeten Förderverein des FTSV Bad Ditzenbach-Gosbach möglich?

Auf der anderen Seite halten Menschen aus Bad Ditzenbach dagegen, dass Gosbach in den vergangenen Jahren ein prosperierendes Gewerbegebiet mit  mehreren Geschäften und mit der Fusion des Sportvereins ein attraktives Sportgebiet erhalten habe. Im Kurort dagegen  herrscht in der Hauptstraße mittlerweile fast Leerstand.

Ob Eltern, Gemeinderäte, FTSV-Vertreter oder Neubau-Befürworter – egal aus welchen Teilen der Bad-Gemeinde – allen sei eines in der Diskussion geraten: Sich in diesem kräftezehrenden Klein-Klein zu verlieren oder gar jemanden öffentlich persönlich zu diffamieren, dient weder dem Wunsch nach einer neuen Sporthalle noch dem nach den dringend notwendigen Räumen für die Kinderbetreuung. Vielmehr schadet diese Diskussion dem Gemeindefrieden. Und sicher ist: In Sachen Kinderbetreuung muss die Gemeinde etwas unternehmen. Wünschenswert wäre dabei, dass es in jedem der Ortsteile ausreichend Betreuungsplätze gibt.

Letztlich sollten sich alle Menschen, die meinen, etwas zu dem Thema sagen zu müssen, Folgendes zu Herzen nehmen: Gemeinsam sollte man konstruktiv, sachlich und mit einem respektvollen Miteinander nach Lösungen suchen und nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen. Diese einfachen Regeln der Gesellschaft  lernen übrigens schon die Jüngsten eines jeden Ortes.
i.siegemund@swp.de