Führung Köstlichkeiten aus Oberwälden

Die Teilnehmer der Abendwanderung lernten die schönsten Seiten von Oberwälden kennen. Zur Stärkung wurden sie mit Köstlichkeiten aus der Schurwaldgemeinde verwöhnt.
Die Teilnehmer der Abendwanderung lernten die schönsten Seiten von Oberwälden kennen. Zur Stärkung wurden sie mit Köstlichkeiten aus der Schurwaldgemeinde verwöhnt. © Foto: Maximilian Haller
Oberwälden / Maximilian Haller 28.08.2018
Traumhafte Ausblicke und regionale Spezialitäten gab es auf einer Abendwanderung durch die Schurwaldgemeinde zu erleben.

Das hier ist mein Heimatdorf“, verkündet Christel Mühlhäuser vor den rund 30 Menschen, die sich vor dem Backhaus in Oberwälden versammelt haben. Sie alle wollen sich an diesem Abend vom Sommer verführen lassen und eine Wanderung durch die Schurwaldgemeinde erleben. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss des Wangener Ortsteils geht es direkt los: „Dann wollen wir mal schauen, was die Oberwälder alles so treiben.“

Als erstes zieht es die Gruppe zur örtlichen Imkerei und zum Ziegenhof von Andreas Vogt. Der führt seinen Ziegenbock Gustav vor, der seinem Namen gerecht wird und sich etwas „bockig“ aufführt. Ein echtes Ziegenerzeugnis werde die Gruppe am Ende der Führung auch noch bekommen, kündigt Mühlhäuser an.

Tierisch geht es auch auf einer kleinen Wiese gleich außerhalb des Schurwalddorfes zu. „Das sind aber schöne Kerle“, findet eine Teilnehmerin, als sie auf das graugescheckte Gefieder der Pommerngänse blickt. Diese erwidern die freundlichen Worte jedoch nicht, sondern antworten mit viel Geschrei. Auf der nebenan liegenden Streuobstwiese kommt es zur ersten Verkostung auf diesem „Genussspaziergang“. Alle Teilnehmer dürfen sich an den Äpfeln bedienen, entweder aus dem Korb oder, für die etwas Mutigeren, direkt vom Boden.

„Es ist eine Augenweide“, sagt Christel Mühlhäuser mit Blick auf die scheinbar endlosen Streuobstwiesen. Der Obstbestand in Oberwälden sei etwas ganz Besonderes. „Diese Sorten können Sie in keinem Supermarkt kaufen“, erklärt die Gästeführerin. Die Äpfel dieser alten Bäume haben ein ganz anderes „Geschmacksspektrum.“

Zwischen Wiesen und Wäldern geht die Abendwanderung am Oberwälder Ortsrand entlang. Der Wald sei ohnehin immer ganz wichtig für die Menschen in Oberwälden gewesen, erzählt Mühlhäuser. „Es ist ein Leben mit dem Wald.“ Schon früher habe man Kräuter und Beeren gesammelt und so auf vielerlei Weise vom Forst profitiert. Zum Beweis gibt es echten Oberwälder Schlehenschnaps, „ein Produkt aus den Hecken“, wie es Christel Mühlhäuser beschreibt.

Ein weiteres Erzeugnis des Waldes bekommen die Teilnehmer bei selbstgebackenem Brot und Waldhonig zu kosten. Auch wenn die Insektenvielfalt in der Gegend rückläufig sei, so nehme die Anzahl der Imker zu, freut sich Mühlhäuser. Das Urteil Der Spaziergang-Teilnehmer über den Regionalhonig fällt einstimmig aus: „Lecker“ und „köstlich“ heißt es von allen Seiten.

„Honig gibt Power“, behauptet Christel Mühlhäuser und so macht sich die Truppe munteren Fußes zu den Kornfeldern rund um Oberwälden auf. Getreide zu brennen sei hier schon immer ein typisches Wintergeschäft gewesen, weiß die Gästeführerin. Doch habe der Kornschnaps aufgrund seiner Aromaarmut bei den Menschen in der Region nie so ganz Anklang gefunden: „Ein Schwob mog koin Korn.“ Von den Schotten habe man sich daher den Trick abgeschaut, Kornschnaps in Eichenfässern zu lagern. Ein paar Jahre späte hatte man dann denn deutlich schmackhafteren Whiskey.

Eine Kostprobe des Getränks aus heimischem Getreide darf natürlich nicht fehlen: „Ich möchte sie nun einladen zu einem Oberwälder Whiskey“, sagt Mühlhäuser, bevor es auch schon zur finalen Station der Oberwälder Abendwanderung geht.

Als die Wandergruppe am Oberwälder See eintrifft, finden die Teilnehmer eine kleine Überraschung vor: Ein Buffet aus Oberwälder Köstlichkeiten — Schaumwein, Säfte, Butterbrote und Ziegenkäse aus dem Haus von Andreas Vogt. Bei lockerer Atmosphäre wird gegessen, getrunken und geschwatzt. Über die Führung von Christel Mühlhäuser sind sich die Teilnehmer einig: „Heute haben sie gut verführt.“

Info Wer sich zu den Veranstaltungen und zu freien Plätzen informieren möchte, kann das Programmheft unter www.sommer-der-verfuehrungen.de/programmheft-2018 einsehen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel