Ausstellung Knete in der Kiste: Christophsbad zeigt neue Ausstellung

Ärzte, Therapeuten und Pfleger des Christophsbads haben Knet­masse in kleine Kunstwerke verwandelt.
Ärzte, Therapeuten und Pfleger des Christophsbads haben Knet­masse in kleine Kunstwerke verwandelt. © Foto: Sabine Ackermann
Göppingen / Sabine Ackermann 14.02.2019

Unter dem Motto „Hier darf jeder sein, wie er will“, ist noch bis zum 4. März vor dem Eingang der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Christophsbad eine Ausstellung mit dem Namen „Knete in der Kiste“ zu besichtigen. Wer jetzt allerdings vermutet, die bunten einfallsreichen Interpretationen haben junge Patienten geformt – der liegt falsch. Diesmal waren es Mitarbeiter aus sämtlichen Bereichen, die mit viel Spaß und Kreativität bei Krokodil, Monster und Co. jede Menge Fantasie und bisweilen Talent an den Tag legten.

„Partizipative Kunst bedeutet, Künstlerschaft in Jedem und Jeder nachzufragen“, so Dr. phil. Ute Kühlmann und ergänzt: „Professor Andreas Mayer-Brennenstuhl hat unser schönes neues Haus mit einem Kunstwerk ergänzt, welches das Haus berührt und durchdringt. Gleichzeitig hat er uns die Aufgabe hinterlassen, die Schaukästen immer wieder neu zu füllen“.

Kleines entsteht spontan

Seit 2016 gibt es die „Interaktive Installation“ aus Stahlrohr und Acrylglas, für die der frei arbeitende Künstler aus Nürtingen den Namen „Vorübergehend leicht bewölkt“ passend fand. Das besondere daran, in den leuchtend grün umrahmten Vitrinen, die eine Art „Landschaft mit Sonne und Wolken“ bilden, werden seitdem immer wieder wechselnde Exponate gezeigt, die in diesem Haus bisher von Patienten oder Beschäftigten angefertigt wurden. Nachdem die Kästen zwei Wochen leer standen, wurde es Zeit, das Haus mit selbstgefertigten Kunstwerken zu beleben, berichtet die Kommunikationsreferentin. Deswegen waren Ärzte, Therapeuten oder Pflegerinnen gefragt, quasi nebenbei und ohne Akademie-Kunst-Anspruch etwas Kleines spontan entstehen zu ­lassen.

Die Organisation der bunten Modelliermasse übernahm der leitende Oberarzt Boris Schößler – jeder hatte eine Dose Knete, einfach Farbe aussuchen und los geht’s. Ein paar haben getauscht, manche haben nach Nachschub verlangt. Kurzes Brainstorming, dann legte jeder der etwa 20 „Hobbykünstler“ – die alle anonym bleiben möchten – alleine los. Jeder für sich, wann immer es die Zeit erlaubte.

„Ein wunderbarer entspannter Ausgleich“, stellten viele hinterher erfreut fest und entwickelten auch ohne Zensuren einen gewissen Ehrgeiz. Ausgestellt wurde jedes Knetobjekt – egal, ob „hübsch-hässlich“ oder in „beeindruckender Perfektion“.

Ein schöner Nebeneffekt: „Es gab unter den Mitarbeitern neue Begegnungen und manche Überraschungen“, sagt Boris Schößler und freut sich:  „Das Ergebnis spricht für sich, vielstimmig.“

Neue Projekte für die Schaukästen gesucht

Dauer Die Ausstellung „Knete in der Kiste“ geht noch bis zum 4. März – wenn die Figuren aufgrund der Temperaturwechsel solange durchhalten.

Ideen Wer danach Lust hat, sich mit seinen Kunstprojekten zu präsentieren, meldet sich bitte per E-Mail bei presse@christophsbad.de.

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