Hattenhofen Kneippen mit Butzbach-Wasser

JÜRGEN SCHÄFER 21.03.2014
Die Planung für ein Kneipp-Becken in Hattenhofen ist festgezurrt. Bis Spätsommer soll es stehen, hauptsächlich gespeist von Bachwasser.

Dass sich im letzten Jahr nichts mehr tat, lag am Prinzip: Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Diverse Varianten wollten ausgelotet sein: Ist der Standort am Sauerbrunnen der richtige - oder wäre einer am Haldenbrunnen am Graubachtal besser? Woher soll das Wasser kommen - vom Sauerbrunnen, Bach oder Grundwasser? Jetzt haben sich die Dinge geklärt. Es bleibt beim Platz am Sauerbrunnen, der im Sommer auch viele Wanderer und Radfahrer zum Auftanken anlockt, und für das Wasser gibt es einen Mix. Nicht das naheliegende Sauerwasser, das zum Großteil ungenutzt in den Ablauf fließt, soll den Kreislauf der Rastenden wieder in Schwung bringen, sondern das Wasser aus dem benachbarten Butzbach.

Das muss dann allerdings hochgepumpt werden in ein Becken von etwa zwölf bis 15 Quadratmeter und 35 Zentimeter Wassertiefe, das der Bauhof der Gemeinde anlegen wird. Notwendig ist außerdem ein Wasserrechtsgesuch, weil man nicht einfach Wasser aus einem Bach abzweigen darf. Als zweite "Quelle" wird Leitungswasser genommen, das Schwankungen des Bachs ausgleichen kann, nachts aber abgeschaltet werden soll. Dazu muss eine Frischwasserleitung gelegt werden.

Warum kein Sauerwasser für das Kneipp-Becken? Man wolle nicht, dass die Leute "rote Füße" bekommen, so Hauptamtsleiter Norbert Baar. Es sei eisenhaltig. Grundwasser schied ebenfalls aus, weil dazu eine Probebohrung für 500 Euro notwendig geworden wäre - mit ungewissem Erfolg.

Wieviel Leitungswasser braucht man da? Gemeinderat Hans Haller vermutet, dass man von März bis September zuspeisen muss. Sein Ratskollege Jürgen Kehm glaubt das nicht. Es gebe im Butzbach zwar Trockenperioden, aber nicht länger als einen Monat.

Die Finanzierung dieses Projekts, das aus der Bürgerschaft angeregt wurde, soll mit Spenden erfolgen. Da ist schon einiges im Säckel. 6800 Euro aus den letzten Straßenfesten, hinzu kommt der Erlös vom jüngsten Winterzauber. Ob auch das kommende Straßenfest dafür verwendet wird, ist noch offen.