Blaustein Knatsch bei SPD im Alb-Donau-Kreis

Die bisherige SPD-Kreisvorsitzende Heidi Ankner ist sauer auf ihre Genossen.
Die bisherige SPD-Kreisvorsitzende Heidi Ankner ist sauer auf ihre Genossen. © Foto: Franz Glogger
Blaustein / FRANZ GLOGGER 11.07.2014
Der neu gewählte SPD-Kreisvorstand startet mit knirschendem Getriebe. Vorstandsmitglieder hatten sich hinter dem Rücken der Vorsitzenden Heidi Ankner auf die Suche nach einem Gegenkandidaten gemacht.

Nach elf Jahren den Vorsitz im SPD-Kreisvorstand Alb-Donau abzugeben, sei nichts Außergewöhnliches, stellte die bisherige Vorsitzende Heidi Ankner fest. Allerdings sei ihr dieser Schritt auf nicht alltägliche Weise "erleichtert" worden, erklärte sie bei der Hauptversammlung in Blaustein. Bevor sie im Spätherbst 2013 eine Entscheidung treffen konnte, habe sie erfahren, dass eine kleine Gruppe aus dem Kreisvorstand bereits nach einem Nachfolger für sie sucht. Angesichts dieses Mangels an Vertrauen und Offenheit sei für sie klar gewesen, nicht mehr für den Vorsitz anzutreten. Jürgen Haas, Ankners Stellvertreter über die elf Jahre, tat denselben Schritt. Wenn Teile des Vorstands im Hintergrund "Strippen ziehen", ohne die Kollegen einzubinden, "wenn es knatscht und knirscht, braucht man mich nicht mehr", sagte der Schelklinger.

Versammlungsleiter Günter Neubauer, bislang Fraktionsvorsitzender im Kreistag Alb-Donau, wäre gerne zur Tagesordnung übergegangen. Das wollte der Ehinger Gemeinderats-Fraktionsvorsitzende Georg Mangold aber nicht: "Das können wir nicht einfach so stehen lassen."Wer wie lange im Amt ist, bestimme allein die Kreisversammlung.

Mangold forderte vor den Wahlen den Bewerber für den Vorsitz, Bernhard Gärtner, auf, sich zu erklären. Der Nahrungsmitteltechniker aus Beimerstetten war bisher schon Kassierer im SPD-Kreisvorstand. Gärtner versicherte, mit dem im Vorfeld formierten Team bis zur Kreisversammlung in zwei Jahren zu kandidieren und "dann meine Leistungen auf den Prüfstand zu stellen". Für die Vorgänge entschuldigte er sich. Er habe wohl "zu viel an falscher Stelle" geredet.

Ein Zeichen des Unmuts im Kreisverband dürfte auch das Ergebnis der Wahlen sein. Gärtner erhielt 29 Ja- und fünf Neinstimmen, 14 Genossen enthielten sich. Seine Stellvertreterinnen sind Stephanie Bernickel und Monika Späth: Bernickel ist neu, sie erhielt 31 Jastimmen; Monika Späth, die schon Ankners Stellvertreterin war, bekam 33 Ja-stimmen - bei je zwölf Enthaltungen.

In seiner Bewerbungsrede stellte Gärtner die Werbung von Mitgliedern, besonders von Jugendlichen, in den Mittelpunkt. In den neuen Medien und in sich ändernden gesellschaftlichen Strukturen sehe er Chancen, das zu schaffen, was der SPD bislang kaum gelungen ist, nämlich "in den Dörfern Zugang in die Köpfe zu finden".

Ein weiteres Ziel seien regelmäßige Diskussionen in den Ortsvereinen. Dadurch soll die SPD wieder das werden, was sie in ihren Gründungsjahren war, "eine Mitmachpartei". So sehr er auch eine breite, kontroverse Diskussion schätze, sollte ein vereinbarter Kompromiss "mit einer Stimme" vertreten werden. "Vielfalt auch nach außen zu zeigen, war schon immer eine Stärke der SPD", meinte dazu einer.

Der neue SPD-Kreisvorstand

Wahlen Vorsitzender ist Bernhard Gärtner (Ortsverein Ulmer Alb/Oberes Lonetal), Stellvertreterinnen: Stephanie Bernickel (Ehingen), Monika Späth (Ulmer Alb). Kassierer ist Sebastian Rickmann (Ulmer Alb), Schriftführer Gerhard Lindner (Ulmer Alb). Es gibt fünf Beisitzer: Rabih Boulos (Ehingen), Kilian Brauchle (Blaustein), Richard Falkenstein (Laichingen), Alex Kübek (Munderkingen), Lisa-Marie Späth (Ulmer Alb)

SWP