Der vorgesehene Zeitplan beim Neubauprojekt der Klinik am Eichert wird in diesem Jahr eingehalten, davon geht die Geschäftsführung der Alb-Fils-Kliniken aus. Auch das abgespeckte Kostenziel von 330 Millionen Euro soll eingehalten werden. Ohne Tricks: „Es darf nicht passieren, dass etwas schöngerechnet wird, das wäre fatal“, bekräftigt der kaufmännische Geschäftsführer, Wolfgang Schmid. Um die zur Finanzierung des Projekts notwendige sogenannte „schwarze Null“ in der Bilanz des Jahres 2018 zu erreichen, holt sich die Klinik-GmbH nun externe Hilfe ins Haus – denn 2014 lag das Defizit noch bei 3,7 Millionen Euro.

Europaweit ausgeschrieben wurde ein Auftrag zur „Allgemeinen Managementberatung“. Sinn und Zweck laut Ausschreibung: „Sanierungsbegleitung im Zusammenhang mit der Umsetzung des Zukunftskonzepts 2018“. Gefordert werden unter anderem „Koordination und Umsetzungsbegleitung“ der schon angestoßenen „Maßnahmenpakete“ und des Medizinkonzepts. Zudem soll das Zukunftskonzept kontinuierlich weiterentwickelt werden, dazu sollen „zusätzliche Maßnahmen und Potenziale zur nachhaltigen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit“ identifiziert und umgesetzt werden. Außerdem soll das externe Büro „Unterstützung bei der gezielten Kommunikation nach innen und außen“ bieten. Die Vertragslaufzeit ist auf zwölf Monate angesetzt.

„Deutlich vor dem Sommer“ soll nun laut Schmid der Aufsichtsrat darüber informiert werden, welches Beratungsunternehmen den Zuschlag bekommen hat. Derzeit befinde sich das Ausschreibungsverfahren in der Endphase, es liefen die Vertragsgespräche.

Schmid räumt ein, auf die Hilfe angewiesen zu sein: „Wir schaffen das mit unseren Ressourcen nicht.“ Er versichert aber: „Es darf keiner glauben, dass wir jetzt nur sagen, Kosten runter, Personal runter.“ Der medizinische Geschäftsführer, Dr. Jörg Noetzel, ergänzt: „Jetzt geht es daran, an vielen kleinen Schräubchen zu drehen.“ Schmid stellt aber auch gleich von sich aus die Frage: „Was passiert, wenn es nicht gelingt?“ Wenn also das Defizit bis 2018 nicht gegen null tendiert? „Dann müssen wir neu diskutieren“, kündigt er an – und schiebt gleich hinterher: „Ich glaube aber, in der Pflege gibt es kaum mehr Spielraum.“

Zuversichtlich sind die Klinik-Chefs, dass in diesem Herbst wie geplant mit dem Neubau von Kindertagesstätte, Parkhaus und Personalwohnungen begonnen werden kann. Durch die Parkhaus-Baustelle wird etwa die Hälfte der Parkplätze vor der Klinik am Eichert wegfallen. „Damit es jedoch bis zur Eröffnung nicht zu einem Engpass bei den ohnehin knappen Parkplätzen kommt, wird ein Interimsparkplatz auf der großen Wiese an der Eichertstraße angelegt“, kündigt Schmid an. Diese geschotterte Fläche werde später als Fläche zur Baustelleneinrichtung für den eigentlichen Klinik-Neubau weitergenutzt.

Dass das Wäldchen an der Eichertstraße bereits vor einem Jahr gerodet wurde und seither nichts passiert ist, sei rückblickend ein Fehler gewesen. „Das war zu früh, das tut mir auch weh“, sagt Schmid. Das Problem sei damals gewesen, dass die Klinik-GmbH davon ausgegangen war, die Personalwohnungen durch die Kreisbau errichten zu lassen. „Dann kam der Hinweis des Kreisprüfungsamts, das dürft ihr nicht – ihr müsst ausschreiben.“ Damit sei die Planung Makulatur gewesen, die Bäume waren aber schon gefällt.