Donzdorf Kleiner Wagen, großer Star - SWR hat in Donzdorf gedreht

Das Ehepaar Eckart und Siglinde Schober mit dem winzigen Kleinschnittger F-125 am Golfplatz bei Donzdorf.
Das Ehepaar Eckart und Siglinde Schober mit dem winzigen Kleinschnittger F-125 am Golfplatz bei Donzdorf.
Donzdorf / PM 17.06.2015
Der Südwestrundfunk (SWR) drehte jetzt in Donzdorf und Umgebung einen Film über den Kleinstwagen "Kleinschnittger F-125 - ein automobiles Phänomen der Nachkriegszeit.

Regisseur Constantin Beims vom SWR-Fernsehen hatte eine Idee, wie er den kleinsten der Nachkriegs-Kleinwagen in Szene setzen konnte: Als er hörte, dass der Besitzer eines der seltenen Exemplare in Donzdorf wohnte und leidenschaftlicher Golfer ist, schwebte ihm der Vergleich mit den großen, luxuriösen Fahrzeugen heutiger Zeit vor. Und wo trifft man die? Vielleicht gerade auf einem Golfplatz. Also bat er Eckart Schober, Raumfahrtingenieur im Ruhestand, sein liebevoll restauriertes, 1954 erbautes Fahrzeug unter die Großen zu mischen. Mit Ehefrau Siglinde wurde die Ankunft auf dem Parkplatz simuliert, die große Golftasche als alles überragendes Element zwischen den beiden im offenen Coupé platziert.

Mit dem nur fünf PS starken Vehikel ging es anschließend auf die Landstraße in Richtung Reichenbach - der Kamerawagen nur wenige Meter vorneweg - den Berg hoch Richtung Winzingen, wo die Spitzengeschwindigkeit, in der Ebene bei 65 Kilometer pro Stunde, trotz Zurückschalten auf unter 40 fiel. schließlich setzte sich der Regisseur zum Fahrzeughalter ins Wägelchen, um während der Fahrt, bei entsprechendem Geräuschpegel, den Fahrer zu interviewen. Eckart Schober erzählte dass von den knapp 2000 gebauten Fahrzeugen noch 20 bis 30 in Deutschland, Holland, Schweden, Frankreich, der Schweiz und selbst in den USA in fahrbereitem Zustand seien, rund ein Dutzend steht in Museen.

Ein "Kleinschnittger-Freundeskreis" trifft sich einmal im Jahr an verschiedenen Orten- zuletzt in Arnsberg im Sauerland, wo in der damaligen Fabrik der Kleinstwagens von 1950 bis 1954 produziert wurde. Seinen eigenen Wagen hatte Schober 1960 für 90 D-Mark aus zweiter Hand erworben, ihn jahrelang als Student gefahren. Dann verkam er als Spielzeug im Garten der Eltern, später beim eigenen Haus in München bis Schober sich 2001 nach vielen Jahren im Ausland im elterlichen Haus seiner Frau in Donzdorf zur Ruhe setzte. Da machte er sich auch ans Werk, den zur Ruine verkommenen Winzling herzurichten und fahrbereit zu machen. Mit Hilfe eines Karosseriebauers in Eislingen, eines Mechanikers und einer Kfz-Werkstätte in Donzdorf gelang nach knapp zwei Jahren die "Auferstehung".

Als abschließenden Höhepunkt der Dreharbeiten hatte sich Regisseur Beims das Schloss in Donzdorf vorgenommen. Die Reportage wird Teil einer Sendung über Kleinwagen der Nachkriegsära, die im Südwest-Fernsehen im Spätsommer gezeigt werden wird.