Deggingen Klein Paris feiert bis tief in die Nacht

Deggingen / Heike Siegemund 09.07.2018
Zahlreiche Besucher genießen am Freitag das Flair bei der zweiten Französischen Nacht in Deggingen.

Am Morgen hing noch der Nebel an den Hängen. Doch die Degginger hatten Glück: Die Wolken verzogen sich, und so stand einer französischen Sommernacht nichts mehr im Wege. „Klein Paris“, wie Deggingen genannt wird, lockte am Freitagabend in die Ortsmitte – und die zahlreichen Besucher lebten wie Gott in Frankreich: Vergnügt schlenderten sie durch die Straßen, stöberten an den Ständen, an denen es zum Beispiel Cidre zu kaufen gab, ließen sich französische Spezialitäten schmecken, genossen ein Glas Wein und machten es sich an den Tischen gemütlich, die der Gewerbeverein, der Veranstalter der zweiten Französischen Nacht in Deggingen, aufgestellt hatte.

An Bäumen befestigte Bänder in den französischen Nationalfarben flatterten im Wind. Musik der Bands „Tangette“ und „Magic Strings and Voices“ erklang. Es roch nach Crepes und Tarte flambée. Der Flammkuchen wurde in allen Geschmacksrichtungen am originellen Foodtruck des Degginger Arztes Nico Jung verkauft: einem Citroen HY, Baujahr 1956. Im Angebot waren auch „Pariser Rote“ oder Gourmetteller mit französischen Spezialitäten. Und auch an die, die es lieber klassisch schwäbisch mögen, war mit Fleischkäse und Co. gedacht.

Feuershow und Jonglage

Bei Einbruch der Dunkelheit präsentierte der Bad Boller Kinder- und Jugendzirkus Maroni eine Feuershow vor der Kirche Heilig Kreuz, in der an diesem Abend Führungen angeboten wurden. Doch schon zuvor waren die Kinder und Jugendlichen stets präsent in der Ortsmitte: Sie fuhren zum Beispiel auf Einrädern durch die Straßen, begeisterten mit Jonglage und ihrem Können mit dem Diabolo.

Belebt waren auch die Ausstellung des Degginger Künstlers Martin Ramsauer und die teilnehmenden Geschäfte, die in dieser Nacht bis 23 Uhr geöffnet hatten, zum Beispiel die „Schuh-Ecke“ von Karin Müller. Dort war „zum Teil kein Durchkommen mehr“, freute sich die Inhaberin. Bei der Französischen Nacht, die alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Bänklesfest stattfindet, präsentiere sich das Dorf auf eine besondere Weise. „Das kommt an bei den Leuten.“

Besucher finden Idee toll

Dies bestätigte Julia Knaupp aus Deggingen, die mit ihrem Mann und den beiden Söhnen gekommen war: „Die Idee ist toll.“ Gut sei auch, dass es etwas anderes zu essen gebe als die übliche Rote. Das besondere Flair hatte es auch Wilfried Maier aus Deggingen angetan: „Das ist mal etwas anderes als ein normaler Hock.“

Rundum zufrieden zeigte sich denn auch Rolf Staudenmaier, einer der drei Vorsitzenden des Gewerbevereins: Er freute sich über einen „gigantischen Zulauf“, obwohl das Wetter nicht ganz optimal gewesen sei, und versprach: Der Degginger Gewerbeverein werde auch in Zukunft alle zwei Jahre „ein riesiges Fass aufmachen“, um der Bevölkerung „aus nah und fern“ ein tolles Fest zu bieten.

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