Wirtschaft Klare Regeln für Leiharbeit gefordert

Kreis Göppingen / SWP 18.10.2016

Immer mehr „Jobs zweiter Klasse“, beklagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): Die Zahl der Leiharbeiter im Landkreis Göppingen habe drastisch zugenommen. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Arbeitsagentur 2315 Beschäftigte in Leiharbeit – zehn Jahre zuvor waren es lediglich 1244. Das macht eine Zunahme von 86 Prozent, wie die Gewerkschaft mitteilt. Die NGG Ulm-Aalen-Göppingen spricht von einer alarmierenden Tendenz – und fordert die Politik zum schnellen Handeln auf.

„Gerade berät der Bundestag über ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen. Die Zahlen zeigen, dass wir eine Regelung dringender brauchen denn je“, sagt NGG-Geschäftsführerin Karin Brugger. Allerdings müsse am Gesetz noch deutlich nachgebessert werden, um den „Wildwuchs im heimischen Arbeitsmarkt“ wirklich zu bekämpfen.

 Häufig nutzten Chefs Leiharbeit  zur dauerhaften Lohn-Drückerei, beklagt Karin Brugger. Das neue Gesetz müsse dem Anstieg dieser „2.-Klasse-Jobs“ endlich einen Riegel vorschieben. Trotz Mängeln wäre das Gesetz ein erster Schritt, betont Brugger. Die heimischen Parlamentarier seien in der Pflicht, die Interessen der wachsenden Zahl an Leiharbeitern und Werkverträglern zu vertreten. Dafür müsse das Gesetz so scharf wie möglich formuliert sein.