Göppingen Kita-Plätze dringend gesucht

Göppingen / Maximilian Haller 16.05.2018
Der Bedarf an Kindertagesbetreuung im Kreis Göppingen steigt stetig. Die Stadt Göppingen beispielsweise muss die Angebote ausbauen.

Die Geburtenrate steigt weiter an. Bemerkbar macht sich der Babyboom auch bei den Kindertagesstätten. Zunehmende Kinderzahlen führen auch im Kreis Göppingen dazu, dass in vielen Kommunen Kita-Plätze knapp sind.

Beispiel Göppingen: 32 neue Plätze für unter Dreijährige und 162 Plätze für Drei- bis Sechsjährige will die Stadt zur Deckung des Bedarfs schaffen. „Bei der Altersgruppe Ü3 müssen wir auf 100 Prozent Versorgung kommen“, sagt Almut Cobet, Göppingens Erste Bürgermeisterin. In den ersten beiden Lebensjahren sei die Nachfrage nach Kinderbetreuung vergleichsweise gering. Ab dem dritten Lebensjahr beginne laut Cobet jedoch der Ansturm auf die Kinderkrippen und Kindergärten. Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, dem hohen Bedarf an Ü3-Plätzen gerecht zu werden.

Im Ausschuss für Soziales und Schulen haben die Lokalpolitiker kürzlich bereits über den Platzmangel und mögliche Abhilfe gesprochen. In der Sitzung nannte Cobet den Ausbau der Kindertagesbetreuung „teuerstes und wichtigstes Thema in der Stadtverwaltung“. In der Tat greift die Hohenstaufenstadt tief in die Tasche: Der finanzielle Gesamtaufwand wird nach derzeitigen Berechnungen im Jahr 2019 bei 21,5 Millionen Euro liegen. Das sind etwa zehn Millionen Euro mehr als noch vor acht Jahren. Etwa die Hälfte davon wird durch das Land erstattet, die Beiträge der Eltern decken laut Cobet rund zehn Prozent der Kosten.

Um weitere Plätze zu schaffen, werden, wenn der Gemeinderat am Donnerstag zustimmt, unter anderem die Flächen der auslaufende Sekundarstufe der Haierschule in Faurndau und der Ursenwangschule für Kinderbetreuung verwendet und umgebaut. In der Göppinger Innenstadt entsteht in Trägerschaft des Christophsbades eine viergruppige Kita, mit je zwei Gruppen für den betriebseigenen Bedarf und für die Öffentlichkeit.

Trotz des Mangels an Kita-Plätzen will die Stadt auch weiterhin die Qualität der Betreuung verbessern. Künftig sollen auch bei freien Trägern, wie bereits in den kommunalen Einrichtungen, die Leiterinnen teilweise freigestellt werden. Die Stadt bezahlt den Mehraufwand. Im Gegenzug verpflichten sich die Träger, grundsätzlich nur Göppinger Kinder aufzunehmen. Die Stadt wolle damit eine Zeichen setzen, erklärt Cobet: „Göppingen stellt Kita-Plätze für Göppinger Kinder zur Verfügung.“ Allerdings müsse man die Fälle individuell betrachten, wie die Sozialbürgermeisterin betont. So sei es möglich, Mitarbeitern der Kindergärten, die von außerhalb kommen, Kita-Plätze in Göppingen einzurichten. Kinder, deren Familien von der Stadt ins Umland gezogen seien, können die Einrichtungen weiterhin nutzen. Dasselbe gelte auch für den Göppinger Waldorfkindergarten.

Um gegen den wachsenden Personalmangel vorzugehen, will die Stadt zudem den Erzieherberuf attraktiver machen. Pädagogisches Personal soll demnach im Anschluss an die Ausbildung auch ohne Berufserfahrung übertariflich bezahlt werden. Im Ausschuss hieß es, es gehe nicht nur darum, Personal bei der Kindertagesbetreuung auszubilden, sondern auch dafür zu sorgen, dass dieses in der Hohenstaufenstadt bliebe.

Die Träger der Kinderbetreuung

Träger der Kindertagesbetreuung in Göppingen sind neben der Stadt die katholische und die evangelische Kirche sowie das DRK mit dem Familienzentrum sowie der örtliche Tagesmütterverein.

Private Träger in der Hohenstaufenstadt sind ebenfalls an der Betreuung beteiligt, beispielsweise die Kindertageseinrichtung Flohkiste, der Waldorfkindergarten, der Freie Kindergarten, der Waldkindergarten sowie die Kita der Klinik am Eichert.

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