Seit Anfang des Jahres betreuen Tagesmütter in der Kindertagespflegestelle „Pusteblume“ an der Neuen Steige 16 in Gosbach unter dreijährige Kinder. Die Gemeinde kooperiert hier mit dem Tagesmütterverein Göppingen. Am Freitag feierten zahlreiche Kinder, Eltern und Großeltern sowie Gemeinderäte und weitere Interessierte die offizielle Einweihung der Räume.

Als eine „wunderbare Oase“ bezeichnete Georg Kolb, stellvertretender Vorsitzender des Tagesmüttervereins, das Obere Filstal. Dass im Täle nach Mühlhausen und Deggingen eine weitere Großtagespflegestelle in Gosbach entstand, „entspricht der heutigen Zeit“. Weil die Kinderzahlen zunehmen, seien mehr Betreuungsplätze notwendig. Kolb verwies auch auf den Kindergarten-Neubau, der in Bad Ditzenbach geplant ist. Bis mit dem Bau begonnen wird, dauere es jedoch noch seine Zeit. Deshalb sei die Betreuung durch Tagesmütter eine gute Alternative und eine flexible Lösung. „Viele Gemeinden kommen derzeit auf uns zu. Wir sitzen ja in einem Boot“, betonte Kolb. Zum einen gehe es für die Eltern um die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf; zum anderen brauche die Wirtschaft dringend Fachkräfte – also auch junge Mütter, die möglichst bald nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen wollen. Den Tagesmüttern Sarah Tonnier und Petra Straub, die sich in der „Pusteblume“ um die Kinder kümmern und die im Urlaubs- und Krankheitsfall von Susanne Kurtz vertreten werden, wünschte Kolb, „dass die Sonne des heutigen Tages auch in Zukunft über der Einrichtung leuchtet“.

Angelika Plechaty: Weitere Tagesmütter werden „händeringend gesucht“

Auch Bettina Bechtold-Schroff, Geschäftsführerin des Tagesmüttervereins, betonte: „Mit unseren Großtagespflegestellen sind wir mittlerweile fast über den ganzen Landkreis verteilt. Wir erfahren großen Zuspruch.“ Es handle sich um eine wichtige Säule bei der Kinderbetreuung, ergänzte Angelika Plechaty vom Tagesmütterverein gegenüber der GZ. Mit Blick auf die Betreuungsplätze, von denen es immer noch zu wenige gebe, sei man „noch gar nicht am Ende dessen, was wir brauchen“. Die Herausforderung dabei bestehe darin, weitere Tagesmütter zu finden. „Diese suchen wir händeringend.“

Bad Ditzenbachs Bürgermeister Herbert Juhn ging auf die drastische Steigerung der Geburtenzahlen in der Badgemeinde ein und auf die „spannende Aufgabe“, Betreuungsplätze zu schaffen. Nachdem in Bad Ditzenbach zwei Container aufgestellt werden mussten, weil der Platz im Mühlenkindergarten nicht mehr ausgereicht hatte (wir berichteten), war das Problem noch immer nicht gelöst: „Es war klar: Das reicht nicht“, sagte Juhn. Deshalb habe man nach Alternativen gesucht, und so sei der Tagesmütterverein ins Spiel gekommen. Allerdings sei zunächst unklar gewesen, ob man Personal und passende Räume findet. „Das war eine Herausforderung“, ergänzte der Bürgermeister.

Herbert Juhn: Gosbacher Tagesmütter sind „ausgewiesene Fachkräfte“

Umso glücklicher sei man gewesen, als sich Sarah Tonnier meldete. Im September 2018 startete sie zusammen mit Diana Scheib aus Auendorf mit der Betreuung unter Dreijähriger zunächst in den eigenen vier Wänden in Gosbach. Nachdem Sarah Tonnier in der Nachbarschaft geeignete Räume gefunden hatte, zog sie um und kümmerte sich von Januar bis Mitte Juni mit Susanne Kurtz um die Kinder. Dann stieß Petra Straub zum Team dazu.

Göppingen

Herbert Juhn freute sich, dass mit den drei Tagesmüttern aus Gosbach „ausgewiesene Fachkräfte“ gefunden werden konnten: So ist Sarah Tonnier Erzieherin und Heilpädagogin, Petra Straub Kinderpflegerin und Susanne Kurtz Tanzpädagogin. Das Team biete eine „qualitativ gute und zuverlässige Betreuung der Kinder“, verdeutlichte Juhn. „Wir sind froh, dass wir dieses zusätzliche Angebot haben.“

Dieser Artikel wurde zuerst im ePaper und der gedruckten Ausgabe der GEISLINGER ZEITUNG am Dienstag (2. Juli) veröffentlicht.

Viel Platz zum Toben und Spielen


In der Kindertagespflegestelle „Pusteblume“ an der Neuen Steige 16 können zwölf Kinder unter drei Jahren betreut werden. Aktuell sind acht Plätze belegt. Die Betreuungszeiten sind montags bis donnerstags jeweils von 7 bis 16 Uhr sowie freitags von 7 bis 14 Uhr. „Wir kochen jeden Tag frisch und backen fürs Frühstück auch die Brötchen selbst“, betont Sarah Tonnier. Die Lage am Waldrand werde genutzt: „Wir gehen immer raus in die Natur“, betont die Tagesmutter.

In der 90 Quadratmeter großen Einrichtung, die zuvor als Wohnung genutzt wurde, befinden sich ein größerer Raum zum Toben und Spielen, ein kleinerer Raum, in dem die Kinder zum Beispiel in Ruhe puzzlen und sich Bilderbücher anschauen können, ein Schlafraum, eine Küche sowie sanitäre Anlagen mit Wickelbereich. Außerdem verfügen die Räumlichkeiten über einen eigenen Gartenbereich mit Sandkasten, Spielhaus und weiteren Spielgeräten.