„Sch…wetter“, die Mitglieder der aus nah und fern angereisten Narrenzünfte scheinen sich am Freitagabend auf eine gemeinsame Begrüßungsformel geeinigt zu haben, der es nicht viel hinzuzufügen gibt. Wer weder Schirm noch Regenmantel dabei hat, wird zwangsläufig in Sekundenschnelle „batschnass“. Es gilt also den Narrenbaum, den die Kirschkernspucker vorbereitet haben, möglichst schnell und ohne viel Brimborium in die Höhe zu hieven, um sich dann ins Trockene zu retten.

Die Zunftmeister der angereisten Narren packen genauso kräftig mit an wie die Freiwillige Feuerwehr Heiningen. Ein kurzer Applaus, doch schon einige Minuten später steht der mit allerlei Utensilien behangene Narrenbaum, dessen Senkrechte in Heiningen die Narrensaison eröffnet, in all seiner Pracht einsam im Regen.

Die Narren und die recht übersichtliche Zuschauerschar retten sich in Festzelt und Kellerbar, um die tropfenden Häs zu trocknen und sich unter Heizpilzen aufzuwärmen. Der Gesichtsdekoration der Kocher-Fetza aus Aalen hat der Regen nichts anhaben können. Keines der gestochen scharfen Muster ist auch nur ansatzweise verwischt oder verschmiert. „Airbrush“, verrät einer der Narren grinsend, gibt aber nicht preis, welche Art Farbe verwendet wurde und ob sie jemals wieder zu entfernen ist.

Unwissenheit der Anwärter wird bestraft

Dass interkommunale Kooperationen nicht nur zwischen Gemeinden, sondern auch bei Fasnetszünften möglich ist, zeigt sich bei der gemeinsamen Maskentaufe der Heininger Kirschkernspucker und der Aichelberger Vulkanier. Die drei „Narrenanwärter“ scheinen auf ihre Prüfung nicht sonderlich gut vorbereitet. Der Neuvulkanier kann die erste Strophe des Vulkanierliedes nicht singen und keiner der beiden Kirschkernspucker weiß, dass der typische Kirschkernspuckertrunk „Spuckerle“ heißt. Vergehen, die den Vollstrecker auf den Plan rufen, der das „Nichtwissen“ auf der Stelle ahndet, indem er die „Anwärter“ „senft und federt“.

Schräge Guggenmusik, gut gelaunte Narren, die Aichelberg Vulkanier, Hausaner Waldgoischdrn, Weilheimer RossMugga, Wangener Forstberghexen, Adelberg Steckwald- Schlarbern, Donzdorfer Fleckle, Adelberger Hundsholzhexen, den Rommdreibrn, Donzdorfer Hexen, Winzinger Holzbrockeler, Laichinger Gaißer Madl, Bardabacher Meerbachhexen, Mühlhausener Mühlenhexen und Einsinger Torfhexen lassen sich vom Wetter den Spaß genauso wenig verderben, wie die Durchknallten Kobolde aus Dürnau, die Kieschtockzunft Unterkirnach,die Kochafetza aus Aalen, die Feuerteufel Reichenbach und die Hommelhenker Auendorf.