Hilfsaktion Kindern Gehör schenken

Auch dieser Junge bekommt ein Hörgerät.
Auch dieser Junge bekommt ein Hörgerät. © Foto: Maurer
Kreis Göppingen / Lorena Maunz 13.02.2018

Die Nutzungsdauer von gewöhnlichen Hörgeräten beträgt sechs bis zehn Jahre. Wohin also mit dem alten Gerät, wenn ein neues benötigt wird?

Mit gebrauchten Hörgeräten, die sonst achtlos in Schubladen gelegt oder weggeworfen werden, hilft Hörakustik Maurer Kindern und Jugendlichen in Namibia. Eine Spende ist zu jeder Zeit möglich, wer jedoch sein altes Hörgerät in bestimmten Aktionswochen abgibt, bekommt 100 Euro für den Kauf eines neuen Gerätes erstattet. Die Zusammenarbeit gibt es seit 2010, als Udo Maurer die Institution „CLaSH“ entdeckte und seither mit ihnen kooperiert: Die Vereinigung für Kinder mit Sprach-, Sprech- und Hörbeeinträchtigungen in Namibia  stellt sicher, dass Kinder größtmöglichen Zugang zu unterstützenden Maßnahmen erhalten. Udo Maurer ist die Sicherheit über das Ankommen seiner Spende sehr wichtig. „Bei ,CLaSH’ weiß ich – das funktioniert“, sagt er.

2012 reiste Andrea Tomaiuolo, Hörakustikmeisterin und Filialleiterin bei Hörakustik Maurer nach Namibia, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen und zu helfen. Momentan sei es für Mitarbeiter aus Deutschland  nicht mehr ganz so einfach, in Namibia mitzuhelfen, da die Bestimmungen für eine Arbeitserlaubnis geändert wurden. Doch sobald es wieder möglich ist, möchte auch Simon Grupp, Akustikmeister in der Filiale Geislingen, nach Afrika reisen.

Gebrauchte Hörgeräte, die Hörakustik Maurer sammelt, werden desinfiziert und sowohl mechanisch, als akustisch geprüft. Neben Geldspenden und Arbeitsmaterialien werden sie regelmäßig mit einer ortsansässigen Spedition nach Namibia verschickt. Dort werden das Hörvermögen der Kinder und Jugendlichen gemessen und die Geräte angepasst.

Es ist kein großer Aufwand, sein altes Hörgerät zum Akustiker zurückzubringen. Doch diese Tat hat eine erstaunlich große Wirkung auf das künftige Leben eines jungen Menschen in Afrika, weiß Udo Maurer. Anders als bei uns in Deutschland, handele es sich bei den Hörschäden dort in den meisten Fällen um eine Mittelohrschwerhörigkeit. Bei dieser Form der Schwerhörigkeit komme es zu einer Schallleitungsstörung in der Gehörknöchelchenkette. Sie sei vergleichsweise leichter zu behandeln, aber auch dafür reiche die Versorgung in Afrika nicht aus. Die Aktion mache die betroffenen Kinder und Jugendlichen berufsfähig und könne so vor Armut bewahren. „Es ist schön zu sehen, dass wir eine große Hilfe leisten können“, sagt Udo Maurer. Auch dieses Jahr plant er wieder eine Aktion um in Namibia helfen zu können.

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