Projekt Kindergarten-Lösung bis Dezember in Sicht

Mit einem Neubau bei der Hornwiesenschule möchte die Stadt Süßen dringend benötigte Kindergartenplätze schaffen.
Mit einem Neubau bei der Hornwiesenschule möchte die Stadt Süßen dringend benötigte Kindergartenplätze schaffen. © Foto: Staufenpress
Süßen / Von Peter Buyer 14.03.2018

Die Warteliste ist lang. 25 Kinder und deren Eltern warten derzeit in Süßen auf einen Kindergartenplatz. „Und täglich werden es mehr“, sagt Marc Kersting. Der Bürgermeister stellte den Stadträten in der Sitzung am Montagabend den Stand der Dinge hinsichtlich des geplanten Kindergartens Hornwiesen vor. Gegenüber der Hornwiesenschule soll an der Schlater Straße ein Gebäude mit vier neuen Gruppen entstehen. Je nach Bedarf sollen 70 bis 85 Kinder dort Platz finden. Zwei Gruppen für Kinder ab 1 Jahr sind geplant, dazu zwei für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren.

Es soll schnell gehen, um den Familien helfen zu können, sagt der Schultes. Bereits im Mai möchte Kersting den Bau ausschreiben, im Sommer den Auftrag vergeben und im Dezember diesen oder im Januar kommenden Jahres sollen die Kinder und Betreuer einziehen. Um auch wirklich so zügig ans Ziel zu kommen, denken die Planer im Rathaus nicht an Massivbauweise, sondern an einen Teilfertigbau, Holzständerbauweise oder eine Lösung mit Containern. Allerdings stellt Kersting klar, dass es für ihn nicht nur um den Preis geht, „auch Funktionalität und Nachhaltigkeit müssen stimmen“.

Beim Thema Nachhaltigkeit haken auch die Stadträte nach. Michael Keller (FDP/AFW) will wissen, ob das Gebäude, falls es irgendwann nicht mehr an der Stelle gebraucht werden sollte, umgesetzt werden könne. Der neue Kindergarten sei keineswegs nur als Provisorium geplant, stellt Bürgermeister Marc Kersting klar und präsentiert ein paar Zahlen: „In Süßen kommen 1,9 Kinder auf jede Frau“, damit sei ein Bedarf für den geplanten Kindergarten bis 2035 darstellbar. Der Durchschnitt in Deutschland liegt mit 1,5 Kindern pro Frau deutlich darunter.

Trotzdem denken auch Kersting und sein Team über eine Nachnutzung nach. Die komme auf die Bauweise an, aber eine spätere Nutzung etwa durch die direkt gegenüber liegende Hornwiesenschule wäre möglich, sagt Kersting. Je nach Planung und Bauweise müssten dann nur ein paar Wände umgesetzt oder entfernt werden, um aus den Gruppenräumen des Kindergartens Klassenräume für die Schule zu bekommen. „Wir haben das bei der Planung im Kopf.“ Die Nachnutzungsmöglichkeiten und damit die Nachhaltigkeit spreche auch gegen eine einfache Lösung mit Containern, „die außen grau und innen weiß sind“, deren Raumkonzept aber nicht verändert werden könne.

Kersting hat bei der Bauweise auch die Erzieherinnen und Erzieher im Blick, ohne die es gar keinen Kindergarten gibt. „Eine attraktive Anlage fördert die Bereitschaft, dort zu arbeiten.“ Die von vielen Kommunen und ­Kindergartenträgern händeringend gesuchten Fachkräfte ­könnten sich ihren Arbeitsplatz momentan aussuchen, sagt Kersting. Im Rathaus rechnet man mit rund 800 000 Euro Baukosten, Kämmerer Dieter Niethammer hofft aber auf Zuschüsse von rund 480 000 Euro.

Erweiterung Kinderhaus Stiegelwiesen geht voran

Der Gemeinderat hat weitere Gewerke für die Erweiterung des Kinderhauses in den Stiegelwiesen vergeben. Vor allem Holzbau-, Flaschner-, Gipserarbeiten, Elektro-, Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsinstallation, Fenster und Fassadenarbeiten für rund 910 000 Euro vergaben die Räte an Firmen aus der Region.

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