Finanzen Kinderbetreuung in Wangen wird teurer

Wangen / weso 18.07.2018

In Wangen steigen auch in diesem Jahr die Kindergartengebühren. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung eine Erhöhung um drei Prozent vom Herbst an. Der Zuschuss der Gemeinde an das Kinderhaus entwickelte sich in den vergangenen fünf Jahren zum Schrecken der Kommunalpolitiker exorbitant. 2013 legte die Gemeinde fast 403 000 Euro drauf, im vergangenen Jahr waren es schon 517 000 Euro und für das laufende Haushaltsjahr werden knapp 681 000 Euro veranschlagt: Eine Steigerung von 69 Prozent, stellten die Kommunalpolitiker fest. Die Erhöhung könne man natürlich nicht komplett auf die Eltern umlegen, aber man komme wohl nicht daran vorbei, nach Kostensenkungspotential zu suchen. Dabei kam auch die Idee auf, eine Grundversorgung anzubieten und alle Extras auch gesondert zu berechnen. Gemeinderat Horst Bauer überlegte: „Vielleicht müssen wir das Angebot auch etwas zurückfahren. So ein tolles Angebot wir hier in Wangen hat keiner sonst.“

In der Sitzung war dies allerdings nur eine Diskussion am Rande, denn eigentlich ging es um die schon im vergangenen Jahr beschlossene grundsätzliche Erhöhung der Kindergartengebühren, um letztlich eine Kostendeckung von 20 Prozent zu erreichen. Derzeit liegt die Kostendeckung für den Kindergarten bei knapp 16 Prozent.

Die Kostendeckung von 20 Prozent ist eine Empfehlung der kommunalen Landesverbände, denen sich die Kommunen angeschlossen hatten. Sie haben daher in den vergangenen Jahren ihre Gebühren um einige Prozentpunkte erhöht, um mittelfristig die 20 Prozent Kostendeckung zu erreichen.

In Wangen war allerdings im vergangenen Jahr deutlich geworden, dass die Kosten aufgrund von gestiegenen Personalausgaben für dieses Jahr um bis zu acht Prozent steigen. Um dies abzufangen, waren die Kindergartengebühren vergangenes Jahr um sechs Prozent angehoben worden. Für das bevorstehende Kindergartenjahr aber wollte die Verwaltung zurück zu einem niedrigeren Satz und schlug eine Erhöhung von nur drei Prozent vor, der die Kommunalpolitiker auch einstimmig folgten. So kostet zum Beispiel die Ganztagsbetreuung für fünf Wochentage für Familien mit einem Kind über drei Jahren künftig 242 Euro, für die Kinderkrippe steigen die Kosten auf 358 Euro. Auch die Entgelte für die Betreuung von Grundschulkindern wurden angepasst. Hier wurde eine dreiprozentige Erhöhung einstimmig beschlossen. Diese Entgelte seien seit 2016 nur teilweise angepasst worden, sagte Kämmerin Lisa Mägerle. In diesem Bereich sei es sogar möglich, in Zukunft kostendeckend zu kalkulieren.

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