Dürnau/Gammelshausen Kinder fallen in eine Betreuungslücke

JÜRGEN SCHÄFER 11.05.2015
Sehr zufrieden sind Dürnau und Gammelshausen mit der offenen Ganztagsschule. Aber für einige Kinder gibt es eine Betreuungslücke.

80 Kinder nutzen das Angebot der Ganztagesschule Dürnau-Gammelshausen, zu dem Arbeitsgruppen und Projekte an zwei oder auch drei Nachmittagen gehören - je nach Klassenstufe. Über Mittag haben die Kinder die Mensa und werden betreut. Letzteres ist der Part der Gemeinden als Schulträger, sie stellen das Personal. Wegen der großen Nachfrage stellen sie jetzt bereits eine zusätzliche Kraft ein.

Für die anderen 42 "Halbtageskinder", die je nach Alter ein oder auch zweimal Nachmittagsunterricht haben, ist diese Betreuung aber nicht gedacht. "Dafür kriegen wir keine Zuschüsse", erläutert der Verbandsvorsitzende, Dürnaus Bürgermeister Friedrich Buchmaier, weil die Politik die Ganztagesschule forciere. Diese Kinder dürfen in der Mensa essen, aber dann müssten sie das Schulgebäude verlassen. Weil es keine Aufsicht für sie gibt und sie deshalb in die Verantwortung ihre Eltern entlassen werden.

Dagegen wendet sich eine Mutter: Man lasse diese Kinder fallen wie eine heiße Kartoffel, weil sie nicht ins Konzept der Schulpolitik passen, kritisiert sie. Die Lücke zwischen dem Mittagessen und dem Nachmittagsunterricht sei eine starke halbe Stunde, da könnten sie nicht nach Hause gehen. Sie appelliert an die Gemeinden, die Aufsichtspflicht nicht auf die Eltern abzuschieben.

Die Verbandsgemeinden lehnen das ab, wollen sich aber um eine ehrenamtliche Lösung bemühen. Es gebe doch den Elternverein "Schule mit Spaß", vielleicht könne er die Betreuung sicherstellen, schlug Dr. Christoph Grünwald (Gammelshausen) vor. Und bekräftigte: "Die Gemeinden können nicht alles finanzieren." Sie übernähmen bereits die Betreuung am Morgen freiwillig.

Mittlerweile prüft der Dürnauer Schultes, ob der benachbarte Jugendraum für die halbe Stunde in Frage kommt, die mutmaßlich acht Kinder sonst im Freien zubringen müssten. Die Schule wiederum klärt mit dem Kultusministerium, ob sie in diesem speziellen Fall für die Aufsicht zuständig ist, was das Ministerium für möglich hält.

Übergreifende Kritik der Mutter: Die Ganztagesschule habe das Problem doch erst ausgelöst. Früher sei kein Nachmittagsunterricht nötig gewesen.