Handwerk Kicker machen 840 Kilo Kohle

Knöcheltief in Kohle: Fußballer vom Turn- und Sportverein räumen das Brennmaterial aus Holz zusammen, das sie in einwöchiger Arbeit hergestellt haben. Die Ausbeute beträgt 70 Säcke mit einer Füllmenge von jeweils zwölf Kilogramm.
Knöcheltief in Kohle: Fußballer vom Turn- und Sportverein räumen das Brennmaterial aus Holz zusammen, das sie in einwöchiger Arbeit hergestellt haben. Die Ausbeute beträgt 70 Säcke mit einer Füllmenge von jeweils zwölf Kilogramm. © Foto: MAX SCHNIEPP
Ebersbach / MAX SCHNIEPP 11.08.2018
Der Erlös aus dem Verkauf der Holzkohle soll Geld für die Jubiläumsfeierlichkeiten in die Kasse spülen.

Nachdem die Kicker vom Turn- und Sportverein Baiereck-Nassach eine Woche lang keine Mühen scheuten, um Tag und Nacht ihre eigenen, nach traditioneller Köhler-Art errichteten Kohlenmeiler zu bewachen, war die Freude über die entstandene Naturholzkohle diese Woche groß.

Gelohnt habe sich das Köhlern fürs Vereinsjubiläum in zwei Jahren allemal: „Die Kohle hat alle Erwartungen übertroffen. Wir hatten noch nie so eine Menge“, berichtet Vincent Krapf stolz über das Projekt „Jugend trifft Tradition“. Die Familie des TSV-Fußballtrainers übt das Handwerk der Köhlerei in elfter Generation aus.

Eigene Holzkohle herzustellen, wie es seit dem 16. Jahrhundert im Nassachtal lebende Köhler lange machten, bleibe auch heute bis zuletzt spannend. „Das war so ein Nervenkitzel, als wir das aufgemacht haben“, beschreibt der Trainer die Freude im Team. Jeder Köhler habe beim „Aufmachen“ der entstandenen Kohlehaufen Angst, dass noch nicht alle Holzscheite im Inneren zu Kohle geworden sein könnten.

Mit Schaufeln und Atemmasken gegen den feinen dunklen Staub mussten beide Meiler danach von den Kickern abgetragen werden, sodass die Kohlen auf dem Boden gut austrocknen können, um sie anschließend in Säcke zu füllen.

70 Säcke mit einer Füllmenge von jeweils zwölf Kilo seien einfach nur Wahnsinn, meint Krapf, „da kann man sich hochrechen, was zusammenkommt“. Weil die Jugendfußballer nachts in Schichten auf der Halde schliefen, um den Brennvorgang immer regeln zu können und auftretende Mängel an den aus Holz, Stroh und Kohleschlamm gebauten Meilern sofort reparieren zu können, sei die Menge an Holzkohle weitaus größer als erwartet. „Weil immer jemand da ist, rund um die Uhr immer zwei Leute pro Schicht, anders kann ich mir das nicht erklären“, lobt Trainer Vincent Krapf die Fußballmannschaft.

Viel positive Resonanz für das Projekt und der monetäre Gewinn durch den Abverkauf geben den Verantwortlichen im Verein TSV Baiereck-Nassach Grund zur Überlegung, im kommenden Jahr noch einmal Kohlemeiler zu errichten.

Selbstgemachte Kohle soll besser brennen

Vorzug „Die brennt ganz anders als die von der Tankstelle“, beschreibt Vincent Krapf die Eigenschaften der von Hand hergestellten Holzkohle. Sie glühe auch anders, und mit ihr gegrilltes Fleisch schmecke anders. Seine selbst hergestellte Holzkohle verkauft der Turn- und Sportverein Baiereck-Nassach auf seinen Festen.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel