Für den Heininger Bürgermeister Norbert Aufrecht hatte die Idee Charme, Wohnmobilisten an die Voralbhalle zu locken. Damit könnten Heiningen und Eschenbach, die zusammen das Gelände betreiben, ihr touristisches Angebot bereichern. Beide sind Mitglied im neuen Tourismusverband Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf und sehen sich "erstaunlich gut aufgestellt", sagt Aufrecht - dank dem Voralbbad und dem Angebot rund um die Voralbhalle mit Minigolf und Pit-Pat, Gastronomie mit Biergarten und einem Elektro-Pedelec-Verleih. Das passe auch für Wohnmobilisten, sagt Aufrechtm, sie könnten das nutzen vom Essen bis zum Baden. Mit Wohnmobil-Standplätzen schlösse der Verband eine Lücke, die finde man am Albtrauf bisher nicht. "Gute Standplätze sind sehr gefragt", hört Aufrecht. Sachverstand hat er an der Hand, im Verband befindet sich ein Wohnmobilist.

Aber in der Verbandsversammlung fiel dieser Vorschlag, der schon einige Zeit bekannt ist, sang und klanglos durch. Das Ganze kostet auch Geld, Aufrecht wäre mit drei Standplätzen und einer gewissen Infrastruktur für etwa 20 000 Euro gestartet. Diese Kosten nur für Marketing seien ihm "viel zu ambitioniert", winkte Reinhard Bauch (Eschenbach) ab. Wohnmobilisten seien eine autarke Touristengemeinschaft, die ließen wenig Geld liegen. Ein Supermarkt tue es für sie auch. "Da bleibt nur das Baden im Voralbbad, das ist mir unterm Strich zu wenig", so Bauch.

Wohnmobilisten seien ein "schwieriges Klientel", pflichtete Rolf Reick (Heiningen) bei. Er höre vom Campingplatz Gruibingen, dass sie in der Regel nur eine Nacht blieben, und sie schauten auf die Gebühren. "Wenn da einer zuviel verlangt, parkt er am Friedhof."

Wolfgang Rotsch (Eschenbach) fand die Planung zudem "ein bisschen schöngerechnet". Die vorgesehene Schotterfläche sei nicht ausreichend für einen Wohnwagen, und den Stromanschluss, den Aufrecht vorerst für entbehrlich hielt, brauche man. "Wir kommen auf 25 000 Euro mindestens", sagt Rotsch. Auch Doris Röhm (Heiningen) war nicht begeistert von Kosten und Nutzen, dafür habe man kein Geld. Ihr behagte auch der Standort nicht. Der sollte auf die Wiese hinter der Voralbhalle gelegt werden, wo auch das Jugendhaus steht. Röhm wollte keine Konflikte mit dem Jugendhaus, das möglicherweise auch leicht verschoben wird, und die Wiese lieber für normale Parkplätze reservieren.

Wilfried Eitle (Eschenbach) wollte auch keine Fakten schaffen. Man habe aktuell die Diskussion über eine mögliche Hallenneubau, da solle man keine Flächen blockieren. Auch er sagt: Wohnmobilisten brächten nicht viel Geld, "vielleicht gehen sie ins Hallenbad".